Arbeitskämpfe gehen in der Türkei auch 2011 weiter

Vor einem Jahr hatten kämpfende TEKEL-Arbeiter der politischen Agenda in der Türkei ihren Stempel aufgedrückt. Auch wenn sie nicht im Blickfeld des öffentlichen Interesses stehen, begingen die Belegschaften in zahlreichen Betrieben den Jahreswechsel im Arbeitskampf. Ein Beispiel dafür liefern die 30 Leiharbeiter im Istanbuler Bezirk Kagithane, die seit Wochen um ihre Löhne kämpfen.
Der Sprecher der kämpfenden Straßenbauarbeiter Erdal Sero sagt, die Belegschaft sei im Auftrag des Bauriesen Zorlu von einer Leihfirma eingestellt worden. Obwohl sie den Auftrag vor Wochen fertiggestellt hätten, habe die Firma die beiden ausstehenden Monatslöhne nicht gezahlt. Die Vertreter der Leihfirma seien nicht mehr aufzufinden und der Bauherr sowie Auftraggeber fühlten sich nicht zuständig.
Bei den Beschäftigten handelt es sich ausschließlich um Bauarbeiter, die als Saisonarbeiter aus dem Osten des Landes nach Istanbul gekommen waren. In der Bauzeit wurden sie in Containern bzw. Zelten ohne ausreichende Sanitäranlagen untergebracht, die zudem für die Hälfte der eingestellten Belegschaft ausgelegt waren. Sogar die Kosten für die Arbeitskleidung mußten sie selbst tragen. So harren sie an den Zäunen der Baustelle aus und sind fest entschlossen, so wie ihre TEKEL-Kollegen vor einem Jahr ihren Kampf bis zum Erfolg durchzusetzen. (NEUES LEBEN)