Hexenjagd im 21. Jahrhundert

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange ist zwar aus der Haft entlassen worden, aber frei ist er noch lange nicht. Er muss elektronische Fußfesseln tragen und steht in einem englischen Landsitz unter Hausarrest. Seine Zukunft und die der Enthüllungsplattform Wikileaks ist ungewiss. Ob Assange frei kommt und Wikileaks weiter Informationen veröffentlichen kann, hängt unter anderem davon ab, ob wir hinter ihm stehen oder nicht.
„Im Krieg stirbt zuerst die Wahrheit“ – diesen Satz hatte Julian Assange bei seinen Vorträgen immer wieder gesagt. Wikileaks trägt dazu bei, dass ein Teil dieser verborgenen Wahrheit in die Öffentlichkeit kommt.
Das Hubschraubervideo, das im April 2010 veröffentlicht wurde, ist vielen noch in Erinnerung. Die Aufnahme zeigt, wie eine amerikanische Hubschrauberbesatzung in Bagdad eine Gruppe von unschuldigen Menschen beschießt. Während die Soldaten menschenverachtende Witze machen, sterben unten zwölf Menschen im Kugelhagel. Und so etwas passiert in Irak und Afghanistan jeden Tag. Wikileaks hat die grausame Realität der Weltöffentlichkeit vor Augen geführt. Der mutige Journalismus von Wikileaks wurde auf der ganzen Welt gelobt.
Als Wikileaks im Dezember 2010 die ersten von 250.000 diplomatischen Dokumenten veröffentlichte, wendete sich das Blatt. Die USA eröffneten eine Hetzjagd gegen Wikileaks und Julian Assange. Spendenkonten und Server wurden gesperrt. Die schwedische Staatsanwaltschaft schrieb Assange wegen Verdacht auf Vergewaltigung zur internationalen Fahndung aus. Assange stellte sich schließlich in England der Polizei.
Die Vorwürfe gegen Assange sind absurd und klar politisch motiviert. Mal wird behauptet, dass er eine Frau vergewaltigt habe, mal habe er sie zu Sex ohne Kondom gezwungen und mal soll er sie im Schlaf überrascht haben. Die angeblichen Opfer sind von der Bildfläche verschwunden. Dennoch will die Staatsanwaltschaft die Auslieferung von Assange. Ein Kaspertheater von Rechtsstaat!
Der 23-jährige US-Soldat Bradley Manning, der Wikileaks das Hubschraubervideo zugespielt haben soll, sitzt seit über einem halben Jahr in Isolationshaft. Die Haftbedingungen sind so hart, dass sie als Folter bezeichnet werden können. Er soll so weit kaputt gemacht werden, bis er aussagt, Julian Assange habe ihn zum Geheimnisverrat angestiftet. Mit der aus Manning herausgepressten Aussage wollen die US-Behörden Julian Assange verurteilen.
Einige US-Politiker und Medien wollen erst gar nicht solange warten, sie bezeichnen Assange als Terroristen und wollen ihn durch US-Spezialeinheiten umbringen lassen.
Sowohl Bradley Manning als auch Julian Assange sind politische Gefangene. Ihre mutige Arbeit entlarvt die Lügen der Kriegstreiber und stärkt damit unseren Kampf für eine friedliche Welt.

Demo zur Unterstützung von Wikileaks und Manning
Am 8. Januar 2011, Start: Düsseldorf Hbf um 11 Uhr
weitere Infos: www.freiheit-wikileaks.de