Alles, was wir geben mussten

„Alles, was wir geben mussten“ ist ein Roman des Autors Kazuo Ishiguro.

Kathy und ihre Freunde Ruth und Tommy wachsen gemeinsam in dem britischen Internat Hailsham auf. Auf den ersten Blick scheint es eine ganz normale Schule zu sein. Die jungen Menschen machen dort ihre ersten Erfahrungen mit Freundschaft, Vertrauen und Liebe. Kathy ist zu Beginn das Bindeglied zwischen den Dreien. Ruth ist sehr autoritär und steht gerne im Mittelpunkt, Tommy ist impulsiv, aber dennoch gutmütig und Kathy ist neugierig und ihren Freunden gegenüber sehr loyal. Mit dem Alter verändern sich die Beziehungen untereinander, Ruth und Tommy werden ein Paar, während es ersichtlich ist, dass eigentlich Tommy und Kathy zusammengehören. In Hailsham wird besonderer Wert auf Kunst gelegt. Die Kollegiaten, wie die Schüler genannt werden,  müssen bereits im frühen Alter ihre künstlerische Ader ausleben und einmal pro Jahr kommt eine Frau, Madame genannt, vorbei und holt die besten Arbeiten ab. Die Kollegiaten haben also genau die selben Probleme und Interessen wie jeder andere Jugendliche auch, nur gibt es einen bedeutenden Unterschied: sie sind keine normalen Menschen, sondern Klone. Nachdem sie ihre Ausbildung in Hailsham beendet haben, ziehen Kathy, Ruth und Tommy in die Cottages, wo sie, das erste Mal selbstständig, mit Schülern anderer Internate zusammenleben. Zwei Jahre haben die Kollegiaten dort Zeit, um zu leben. Ruth und Tommy bleiben ein Paar und Ruth macht Kathy klar, dass Tommy sie nur als gute Freundin sieht. Bald daraufhin verlässt Kathy die Cottages um eine Betreuerin zu werden. Denn es ist so, dass die Klone dazu bestimmt sind, so lange ihre Organe zu spenden, bis sie schließlich daran sterben werden. Aber bevor man beginnt zu spenden, betreut man erst einige Jahre andere Spender. Die Freunde verlieren sich aus den Augen, solange bis Kathy Ruths Betreuerin wird und sich ihr Leben verändert.

Auf den ersten Blick hört sich „Alles, was wir geben mussten“ wie ein Science Fiction Roman an, ist aber in Wirklichkeit ein möglicher Ausblick auf unsere Zukunft. Die Klone unterscheiden sich nicht von „normalen“ Menschen, aber dennoch müssen sie beweisen, dass sie eine Seele haben und müssen ihre Organe spenden, bis sie selbst daran zerfallen. Das Erschreckende daran ist, dass die Kollegiaten diesen Prozess hinnehmen und nichts dafür tun, dieser grausamen Ungerechtigkeit ein Ende zu bereiten.