Katastrophe Lebensbedingungen der Jugendlichen weltweit

Ezgi Güyildar

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, legte nun ein Bericht vor. In diesem geht es um die Situation der Jugend in der Welt. Fazit: Jugendliche wachsen weltweit unter katastrophalen Bedingungen auf. Die Situation der weltweit über 1,2 Milliarden Jugendlichen läßt sich mit den Schlagworten Armut, Arbeitslosigkeit und schlechte Bildungsmöglichkeiten beschreiben. Jedoch ist anzunehmen, dass sich die statistischen Daten durch die Entwicklungen und Folgen der Weltwirtschaftskrise in den kommenden Jahren noch erheblich verschlechtern werden, da sich die Zahlen und Analysen auf das Jahr 2009 beziehen. Besonders schwer wirken sich demnach Kriege, Armut und Klimawechsel auf die Jugend und ihre Zukunft aus. Weltweit sind nach dem Bericht 81 Millionen Jugendliche arbeitslos, dies sind bereits 8 Millionen mehr als 2 Jahre zuvor. Vor allem in nordafrikanischen Ländern ist die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen besonders hoch. Aber auch in Industrieländern ist die Jugendarbeitslosigkeit sehr stark angestiegen. Die offizielle Rate beträgt momentan 18 Prozent, während es im Jahre 1998 noch 14 Prozent waren. Für junge Menschen sei es im weltweiten Durchschnitt dreimal wahrscheinlicher als für Erwachsene, keine Arbeit zu finden. Und egal wo, wenn die Jugendlichen eine Arbeit bekommen, seien diese meist Gelegenheitsjobs unter schlechten Bedingungen.
Bildungssituation weiterhin miserabel
Laut dem Bericht sind die Bildungsmöglichkeiten und der Zugang zu Bildung ebenfalls als katastrophal anzuerkennen. Auf der einen Seite wird in den reichen Ländern kaum noch in die Bildung staatlich investiert, so dass es sich für die jungen Menschen aus ärmeren Verhältnissen in einem reichen Land kaum die Möglichkeit ergibt, sich weiterzubilden. Auf der anderen Seite haben über 71 Millionen Jugendliche sogar gar keine Möglichkeit, sich nach der Grundschule weiterzubilden. Aus diesen Gründen und durch die mangelnden Perspektiven und aufgrund einer steigenden Zukunftsangst seien Drogenmissbrauch und Kriminalität unter der Jugend weltweit weit verbreitet.
Die Gesundheit der Jugend sei zwar nie besser als heute, doch die ungerechte Verteilung der Ressourcen ist dem Unicef-Bericht auch nicht entgangen. Während die Jugendlichen in den ärmeren Ländern an Anämie und Folgen von Mangelernährung leiden, beeinträchtigt zugleich starkes Übergewicht in den Industrieländern die Gesundheit der Jugendlichen. Über  20 Prozent der Jugendlichen leiden an psychischen Problemen oder Verhaltensauffälligkeiten, davon am häufigsten an Depression, doch auch an Essstörungen und Drogenabhängigkeit. Nach Schätzungen zu Folge habe jeder fünfte Jugendliche psychische Probleme.
Minderjährige stark gefährdet
Auch die Situation der Minderjährigen scheint drastisch gefährdet zu sein. 150 Millionen Kinder unter 14 Jahren müssen zum eigenen Überleben oder als Stütze für die gesamte Familie arbeiten. Auf der anderen Seite befinden sich über eine Millionen Minderjährige in Gefängnissen, oft ohne jemals vor einem Richter gestanden zu sein.
In Kriegsgebieten laufen Jugendliche der Gefahr, als Soldaten oder Sex-Arbeitssklaven missbraucht zu werden. Die genauere Zahl dieser kann man immer noch nicht bestimmen.
Laut dem Bericht leiden junge Frauen und Mädchen besonders darunter. In Entwicklungsländern ist jede fünfte junge Frau zwischen 15 und 19 Jahren verheiratet, und auch die Quote minderjähriger Mütter ist in diesen Regionen ähnlich hoch.
Die Jugend sucht Auswege
Ein großer Teil der rund eine Milliarde Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren leidet unter Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit. Ca 90 Prozent dieser Jugendlichen stammen aus Entwicklungsländern. Dass diese Jugendlichen aber imstande sind, organisiert und gemeinsam gegen diese Probleme vorzugehen, wird in dem Unicef-Bericht jedoch unterschätzt. Die Wut der Jugend wächst. Dieses hat man in den letzten Wochen verfolgen können. In Ägypten und Tunesien hat die junge Bevölkerung schon jahrzehntelang festgesessene Diktatoren aus dem Amt gejagt. Weitere arabische Länder wie Libyen sind ebenfalls im Aufruhr. Eine grosse Rolle dabei spielt die Jugend der jeweiligen Länder, begleitet von dem Gedanken auf ein besseres Leben. In keiner Weltregion sieht es so schlecht aus, wie in den nordafrikanischen Maghrebstaaten. Fast ein Viertel aller Heranwachsenden dort hat keinen Job. Die Perspektivlosigkeit rüttelte die Jugend wach, so dass sich eine Massenbewegung entwickelte. Trotz Folter und Misshandlungen und der Brutalität des Staates mit den Demonstrationen und Protesten auf die Strassen zu gehen, jagte der einen oder anderen Regierung zu Recht Angst ein. Die Jugendlichen stellten fest, dass sie unter diesen Umständen nicht mehr weiterleben können und sie Veränderungen brauchten.