Betriebsratschef der Firma Plattenhardt, Opfer einer Intrige

Der Autozulieferer Hattenhofer Firma Schweizer Group Plattenhardt geht gegen seinen Betriebsrat mit unwürdigen Mitteln vor. Die Gewerkschaft IG-Metall ist der Auffassung, dass das Unternehmen Betriebsratschef Erdal Savas mit aller Macht aus dem Betrieb haben will und dabei auch fragwürdige Methoden anwendet. IG-Metall-Betriebsbeauftragte Renate Gmoser sagt, dass die Kündigung des jüngst wieder gewählten Betriebsratschefs nach Meinung der IG Metall mit einer Razzia der Polizei Anfang April auf dem Firmengelände zusammenhängt, bei der die Spinde durchsucht worden waren. Die Razzia sorgte bei der Belegschaft für Aufschrei. Die Polizei erklärte, diese sei nicht vom Unternehmen veranlasst worden. Vor der Razzia war die Firma offenbar selbst aktiv geworden. Die Firmeneigner bespitzelten seit Wochen gezielt Mitarbeiter mit sogenannten „Undercover“-Mitarbeitern einer eigens beauftragten Detektei. „Kriminelle Machenschaften von Mitarbeitern dieses Unternehmens“ sollten somit aufgedeckt werden. Neben dem Betriebsratschef gehören ein weiteres ordentliches Betriebsratsmitglied, ein Ersatzbetriebsratsmitglied und vier weitere Beschäftigte von Plattenhardt zu den Mitarbeitern, denen die Firmenchefs kündigen wollen.
Unbequeme Betriebsräte im Visier der Firmenleitung
Nach den Betriebsratswahlen im März stand Savas im März 2010 erneut an der Spitze des Betriebsratsgremiums, das er seit 2006 anführt. „Das war der Geschäftsführung von Anfang an ein Dorn im Auge“, sagt Gmoser. „Lag doch wohl die Hoffnung nahe, mit anderen Verantwortlichen an der Spitze in Sachen Sonntagsarbeit und Leiharbeit schneller zu Potte zu kommen“. Den beiden Betriebsräten wurde mit sofortiger Wirkung Hausverbot erteilt. Betriebsratsarbeit können sie laut IG Metall vorerst trotzdem wahrnehmen. Der Betriebsrat habe den Kündigungen mehrheitlich nicht zugestimmt.
Sonntagsarbeit und Leiharbeit
Seit zwei Jahren versucht das Unternehmen, gegen den entschiedenen Willen der Beschäftigten und ihrer Vertretung, Sonntagsschichten durchzusetzen und Leiharbeiter ins Unternehmen zu schleusen. Die Wahl wurde nach erfolgreicher Anfechtung im März 2011 wiederholt, das Ergebnis blieb unverändert: Den Vorsitz übernahm Savas als eindeutiger Wahlsieger. „Die Belegschaft steht hinter ihrem Vorsitzenden. Das will nur die Geschäftsleitung, insbesondere der Personalleiter nicht akzeptieren. Sie können und wollen nicht glauben, dass es offensichtlich Menschen gibt, die Rückgrat haben und nicht nur nach der Pfeife der Geschäftsleitung tanzen“ beschreibt Gmoser die Zustände.

Solidsaritätbekundungen:

Hallo Erdal,

also was bei euch da abgeht- ich kann es kaum fassen!!!
Sind wir tatsächlich in einem freien Land, oder erinnert mich die Vorgehensweise dieses Betriebs an ganz andere Zeiten!!
Ich kann mir einigermaßen vorstellen (oder auch nicht!) wie schwer da die BR Arbeit ist- aber geht weiter euren Weg- wenn er auch sehr steinig ist!
In diesem Sinne: ein herzliches Glück auf nach Hattenhofen und schöne Grüße an alle Kollegen!
Freundliche Grüße / Best regards

Dietmar Rakus
Betriebsratsvorsitzender
Schuler Guss GmbH & Co. KG
FTMP

Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit großem Entsetzen bekommen wir über eure aktuelle Situation
aus der Presse mit.
Wir sprechen Euch hiermit unsere Solidarität, sowie volle Unterstützung aus.
Wenn Ihr uns braucht, werden wir da sein, wie 2008 auch.

Mit freundlichen Grüßen / Saygilarimla / Lep pozdrav / Kind regards

Danny Döring
Betriebsratsvorsitzender
odelo Deutschland GmbH

Liebe Kollegen im Betriebsrat,
wir die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und das netzwerk arbeitSwelt im Landkreis Göppingen solidarisieren uns mit Euch als Betriebsräte und mit den gekündigten Beschäftigten bei der Schweizer Group Plattenhardt und wünsche Euch viel Kraft bei dem anstehenden Kampf um die Weidereinstellung der Kollegen.
Wenn Ihr Aktionen plant stehen wir an Eurer Seite.
Die bevorstehende Osterzeit ist die Zeit der Trauer aber auch der Hoffnung. Diese österliche Hoffnung wünsche wir Euch.

Solidarische Grüße
Ákos
Akos Csernai-Weimer
KAB-Regionalsekretär
Katholische Arbeitnehmer-Bewegung

Hallo Kolleginnen und Kollegen,
über die Presse und die IGM haben wir erfahren welche üblen Machenschaften gegen euch und gegen euren Vorsitzenden von seitens eurer Geschäftsleitung laufen.
So etwas hätten wir nicht für möglich gehalten, dass eine Geschäftsleitung soweit gehen würde und sogar Detektive gegen den Betriebsrat einsetzen würde, dass ist unglaublich.
Der Betriebsrat der Firma Hörauf steht hinter euch und unterstützt euch.

Liebe Kolleginnen und Kollegen haltet durch, last euch nicht unterkriegen.

Mit Solidarischen Gruß
Betriebsrat Fa. Hörauf

Lieber Kollege Savas, liebe Kolleginnen von „Plattenhardt“
Wir haben heute auf unserer Betriebsratssitzung  über die Vorgänge in eurem Unternehmen informiert und diskutiert.
Im Auftrag der 13 BetriebsrätInnen von HUBER Packaging in Öhringen, darf ich Euch solidarische Grüße übermitteln, in der Auseinandersetzung um die Verhinderung der skandalösen Entlassungen von Betriebsräten bei Plattenhardt.
Es ist ein durchschaubares Manöver der Geschäftsführung des Unternehmens, führende Köpfe und Aktivisten des Betriebsrates zu kriminalisieren, um damit „Ruhe“ in den Betrieb zu bekommen, und den Widerstand gegen eine Arbeiter- und Familienfeindliche Politik  zu schwächen.
Die Methoden der Geschäftsführung gegen aktive Betriebsräte, passen nicht in einen demokratisch verfassten Staat !
Spitzel und Denunzianten gegen Belegschaftsvertreter einzusetzen erinnert an die schlimmsten Zeiten in der deutschen Geschichte. Das Kapital und seine „Helferchen“ schrecken aber vor wenig zurück, wenn es um die Erhöhung ihres Profits geht ! Alle unsere Schwächen und Angriffspunkte werden sie für ihre Profitinteressen ausnutzen.

Euer Kampf im Betrieb gegen die extra Ausbeutung durch Leiharbeit und eure konsequente Haltung gegen die familienfeindliche Sonntagsarbeit – macht Euch zu vorbildlichen Gewerkschaftern und würdigen Belegschaftsvertretern. Und damit aber auch zu erklärten „Feinden“ der Kapitalvertreter.

Solidarität ist unsere Kraft ! Deutsche und Migranten gehören zu einer Klasse – der Arbeiterklasse. Das einigt uns über sprachliche und kulturelle Unterschiede hinweg. Das ist unsere Stärke !
Wenn wir euch mehr unterstützen sollen – sagt uns was wir machen können.

hochachtungsvoll und mit solidarischen Grüßen

Alle Betriebsräte und die Vertrauensleute der IGM von HUBER Packaging-Öhringen
i.A. Siggi Hubele