Spaltung verhindern- Zusammen kämpfen

Nun ist die Krise vorerst einmal überwunden und die deutsche Wirtschaft ist glimpflich davongekommen. Die Konjunktur wird wieder angekurbelt und die Profite der Unternehmen nehmen wieder kräftig zu. Dieser „Aufschwung“ ist aber bei den Lohnabhängigen und der Jugend nicht angekommen. Das wird er auch nicht! Die Zukunft sieht nicht sehr rosig aus. Weitere Sozialkürzungen in allen Lebensbereichen sind auf der Agenda Regierung. Um die Profite der Konzerne und Unternehmen zu garantieren, werden Löhne gedrückt und die sozialen Leistungen beschnitten. Von 2000 bis 2010 wurde der Reallohn, um 2,9 % gesenkt. Dazu kommen die fortschreitende Zerstörung des Gesundheitssystems, der Rentenversorgung und die Verteuerung vieler Güter des täglichen Bedarfs. Gegenwärtig wird Deutschland als das „Jobwunderland“ bezeichnet. Wenn Milchmädchenrechungen und Tricksereien der Statistiken unberücksichtigt bleiben, steht hinter diesem „Jobwunder“ die Ausweitung von ungesicherten Arbeitsverhältnissen: Teilzeit- und Minijobs, Leiharbeit (über eine Million sind in der Leiharbeit beschäftigt), Scheinselbständigkeit und unbezahlte Praktika sind längst zu massenhaften „Phänomenen“ geworden. Besonders Frauen und Migranten sind davon betroffen. Das Damoklesschwert der Standortsicherung schwingt immer noch über den Massen. Im Namen der Standortsicherung haben viele Unternehmen bei Tarifrunden „Nullrunden“ oder lediglich geringfügige Lohnerhöhungen, die nicht mal die Inflationsrate abdecken, durchgesetzt. Den Beschäftigten wurden viele weitere Rechte beraubt, Gehälter und Zusatzzahlungen gekürzt. Die Angst, den Job zu verlieren, verhindert den Widerstand und führt immer wieder zur Spaltung unter den Arbeitern. Die Spaltung in Leiharbeiter und „Festangestellte“, in Rentner, Erwerbslose, in Männer und Frauen, Deutsche und MigrantInnen usw. kann nur in gemeinsamen Kämpfen überwunden werden.
Arbeiter und Angestellte schaffen Wohlstand und Reichtum. Doch ihnen bleiben immer niedrige Löhne und für die Kapitalisten immer größere Gewinne. Während weltweit Armut und Hunger wächst, haben 1.200 Milliardäre ein Vermögen von 4,5 Billionen Euro angehäuft. Der Kapitalismus unterwirft alles seiner Verwertungslogik und zielt allein auf größtmögliche Profite. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird mit jedem Tag grösser. Der Druck und die Ausbeutung werden in vielen Betrieben immer unerträglicher. Längst sind Hunderttausende wegen Stress und Druck krank geworden. Solange der Druck von unten nicht wächst, solange auf eine Lösung von oben gewartet wird, werden weder irgendwelche Forderungen erfüllt, noch wird die Zukunft besser. Es gilt am 1. Mai und an jedem anderen Tag des Jahres den Zusammenhalt und den gemeinsamen Kampf zu stärken.