Stefanie integriert die Öztürks

Murat Köroglu

Mit dem Stück „Stefanie integriert die Öztürks“ trat die Lüdenscheider Theatergruppe „Halber Apfel“ am 16. April in der Aula des Gymnasiums in Hückelhoven auf. Das selbstironische und humorvolle Theaterstück handelt vom türkischen Familienvater Ali Öztürk (Murat Isboga), der gegen die deutsche Freundin seiner Tochter Stefanie (Lena Kemper) eine Fußballwette eingeht und verliert. „Wer gewinnt, bringt dem Verlierer seine Kultur und vor allem seine Sprache bei“, heißt es bei der Wette.

Daraufhin zieht Stefanie bei den Öztürks ein und stellt klare Regeln auf. Ab sofort wird nur noch Deutsch gesprochen und nach einer Woche muss der Familienvater sogar einen Deutsch- und Goethetest bestehen. Ali Öztürk ein liebenswerter Familienvater lebt seit über 20 Jahren mit seiner Familie in Deutschland, aber die Sprache ist nicht wirklich seine Stärke. Er verändert alle Wörter mit dem Buchstaben „u“, sodass diese bei ihm Kültür, kapütt, Entschlüdigung etc. heißen. Außerdem sind die Artikel sein größter Feind, die ihm die letzte Freude an der Sprache nehmen. Obwohl er sich anfangs mit einem gelben Schein vor dem Deutsch- und Goethetest drücken will, lernt er doch fleißig für die Prüfung und stellt sich der Herausforderung.

Der Familienvater ist trotz seiner Grammatikschwäche kein zu integrierendes Problem. Dieser blüht auf und entdeckt seine Leidenschaft zur Goethes Biographie und Lebenswerk „Die Leiden des jungen Werthers“. Seine älteste Tochter arbeitet, der Sohn studiert Elektrotechnik und seine jüngste Tochter macht ihr Abitur. Seine Ehefrau besitzt nicht nur den deutschen Pass, sondern sie spricht fließend deutsch. Sie möchte nur ihrem Ehemann gegenüber damit nicht hervorstechen. Amüsant ist aber auch, dass Stefanie einsieht, türkische Lieder nicht ins Deutsche zu übersetzten. Denn zum Beispiel geben die Strophen von Ferdi Tayfur bei der Übersetzung nicht unbedingt einen Sinn.
Der Weg zur Integration, der in dem Theaterstück äußerst amüsant aufgezeigt wird, scheint auf dem ersten Blick sehr einfach zu sein. Doch, dass dies nicht der Fall ist, ist allen bekannt. Trotzdem ist das Stück eine gute Unterhaltung, die den Zuschauer auch zum Nachdenken bringt. Die Theatergruppe „Halber Apfel“ ist mit ihrem Stück bis Ende des Jahres weiterhin unterwegs. Einen Vorgeschmack auf das Stück und weitere Aufführungstermine gibt es unter der folgenden Homepage www.theaterhalberapfel.de.