„Wenn der Protest laut wird“

Tobias Packhäuser
Auf dem LKW stehen DJs. Leute auf dem LKW klatschen im Takt der Musik und feuern die Menge um sich herum an. Um den Wagen herum tanzen Menschen aller Altersstrukturen, vor allem Jugendliche, zum Sound aus den Boxen. Feinste elektronische Musik vermischt sich hier und da mit den lautstarken Rufen „Ab-Schalt-ten“ und „Weg-Bas-sen“. Menschen in „Strahlenschutzanzügen“ nutzen jeden kurzen Stopp der Demo, um mit Sprühkreide ihre Meinung zum Thema Atompolitik auf die Straße zu malen.
Wenn man nur vom Bürgersteig aus zuschaut, , dann könnte man fast denken, dass es jetzt auch eine Art „Love Parade“ in Frankfurt gibt, denn mit dem üblichen Anti-Atom-Protesten hat das wenig zu tun, was das Anti-Atom-Jugendbündnis Frankfurt am Main hier als Teil der Anti-Atom-Demo auf die Beine gestellt hat.
Der Protest gegen die Atompolitik der Bundesregierung ist nicht mehr nur von Fahnen schwenken und Sprechchören geprägt. Der Protest ist bunt, vielseitig und vor allem eins: LAUT!
Ca. 1500 Personen haben sich an diesem Samstag, den 28. Mai 2011, dem Jugendblock auf der Anti-Atom-Demo angeschlossen und fordern auf ihre Art und Weise zusammen mit den knapp 8000 weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern der gesamten Demonstration in Frankfurt am Main „Atomkraft Schluss!“.
Bundesweit hatte ein Bündnis von verschiedenen politischen Organisationen und Aktionsgruppen zu den Demonstrationen aufgerufen und ich bin dem Aufruf in Frankfurt gefolgt. Selten, ja eigentlich noch nie, habe ich eine solche Anti-Atom-Demo erlebt. Die Stimmung war nicht wie sonst einem Trauermarsch gleich, bei welchem man „die Atomkraft zu Grabe trägt“, sondern es war eher das Gefühl eines Aufbruchs zu spüren. Die Freude auf die Zeit nach der Atomkraft und man hörte, sah und spürte, dass die heutige Jugend doch nicht so unpolitisch ist, wie viele denken.
Die Jugend hat ein lautstarkes Zeichen gegen Atomkraft gesetzt und ich hoffe, dass auch die Politik diesen Rufen folgen wird.
In diesem Sinne: „Atomkraft? Nein     Danke!“