Zehntausende demonstrieren gegen Regierung in Spanien

In Spanien gehen die Proteste gegen die Regierung Zapatero weiter. Erneut haben sich Zehntausende Menschen zusammengefunden, um gegen die hohe Arbeitslosigkeit, Kürzungen in allen sozialen Bereichen, den Europakt und den Umgang der Politiker und Finanzinstitutionen mit der Wirtschaftskrise zu protestieren. Allein in der Hauptstadt Madrid gingen laut Polizei bis zu 45 Tausend meist junge Menschen auf die Strassen. In einem Sternmarsch aus verschiedenen Stadteilen in Richtung Zentrum zeigten die Demonstranten, dass sie unzufrieden mit der Regierung, ihren Reformen und ihrem Krisenmanagement sind. Weitere Demonstrationszüge wurden in Barcelona, Valencia und Sevilla abgehalten. Nach Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizeikräften seit dem Beginn der Proteste am 15. Mai wurden die Demonstrationen von einem großen Polizeiaufgebot begleitet. Es wurden keine großen Ausschreitungen gemeldet.
Nach zwei Jahren Rezession liegt die Arbeitslosigkeit in Spanien bei 21,3 Prozent. Damit ist sie die höchste im gesamten Euroraum. Aus Protest gegen die düsteren wirtschaftlichen Aussichten gehen seit mehreren Wochen immer wieder Menschen auf die Straßen. Vor allem die junge Generation demonstriert gegen fehlende Zukunftsperspektiven. Die spanische Jugend fordert Arbeit, ausreichend Lohn zum Leben und von der Regierung, dass sie sich gegen den von der EU auferlegten Europakt stellt und geplante und beschlossene Sparmassnahmen zurücknimmt.