„Rheinkultur“ fand doch noch statt

Yasemen Ilhan

Noch vor Kurzem wurde darüber diskutiert, ob das größte eintrittsfreie Open Air-Musikfestival Deutschlands „Rheinkultur“ in der Bonner Rheinaue dieses Jahr überhaupt stattfinden sollte. Doch trotzt drastischer Kürzungen des Kulturbudgets seitens der Stadt Bonn und widrigen Bedingungen schaffte es das Team-Rheinkultur, das Festival am 2. Juli mit großem Erfolg über die Bühne zu bringen. Die Stadt Bonn erklärte im vergangenen Jahr, dass die Zuschüsse und Fördergelder aufgrund der geringen Besucherzahl in Zukunft gestrichen werden soll. Rund 160.000 Zuschauer zeigten aber, dass das Festival nach wie vor mit großer Beliebtheit besucht wird. Mit Unterstützungskampagnen der Festivalbesucher konnte die Großveranstaltung letztendlich aus eigener Kraft stattfinden.
Bereits 1983 fand das erste Rheinkultur-Festival mit rund 4000 Besuchern statt. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Festival jedoch schnell zu eines der beliebtesten Open Air-Veranstaltungen in Deutschland. Beim 25-jährigen Jubiläum 2007 erreichte es sogar mit rund 200.000 Fans seinen bisherigen Besucherrekord. Der Grund, wieso das Festival so beliebt ist, liegt auf der Hand: Der Eintritt ist frei und das Programm bietet richtig viel Unterhaltung. Neben vielen regionalen Musikgruppen und Künstlern sind auch jedes Jahr bekannte Acts dabei. Nicht nur Vertreter der Rock- und Popszene treten auf den insgesamt zwei Haupt- und drei Nebenbühnen auf, sondern auch für Fans von Punk, Alternativer und Elektronischer Musik ist ebenso immer etwas dabei.
Auch dieses Jahr hatten die Besucher die Qual der Wahl zwischen mehr als 30 Bands und DJs, die sich quer durch alle Musikrichtungen spielten. Künstler wie Dick Brave & The Backbeats, Razorlight, Itchy Poopzkid und The Subways brachten das Publikum zum tanzen und feiern. Auf der HipHop – Bühne musste jedoch das Haftbefehl-Konzert abgesagt werden, da es zu einer kleinen Rangelei kam und die Sicherheit der Zuschauer deshalb nicht weiterhin hätte gewährleistet werden können.
Trotz aller Freude über den Erfolg bleiben die Organisatoren des Rheinkultur-Festivals jedoch realistisch. Fraglich ist nämlich immer noch, ob die Veranstaltung 2012 auch wieder stattfinden kann. „Erst durch dauerhafte Unterstützung von außen ist die Zukunft von Rheinkultur gesichert“, so das Organisationsteam. In den letzten Jahren förderte der Bonner Kulturrat das Festival mit 80.000 €.