Massenstreiks in England

Am 30. Juni streikten in England und Wales über 750.000 Bedienstete gegen die massiven Sparpläne der Regierung. Das war der größte Streik in Großbritanien seit 30 Jahren. Bereits jetzt kurz nach dem Beschluss über Kürzungen im sozialen und Arbeitsbreich haben tausende Bürger ihre Arbeit verloren. Mit der 24-stündigen Arbeitsniederlegung haben die vier großen Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes (NUT, PCS, UCU und ATL) zusammen einen Anfang gemacht, jedoch ist man auch bereit diese über den ganzen Sommer fortzusetzen, so die Chefin der Gewerkschaft NUT. An den Streiks haben Staatsbedienstete, Beamte, Lehrer und Angestellte im Öffentlichen Dienst teilgenommen. Viele Schulen, Arbeitsämter, Zollkontrollpunkte, Gerichte und Museen blieben geschlossen. Weitere Gewerkschaften und ihre Mitglieder solidarisierten sich mit den streikenden Kollegen und besuchten diese bei ihrem Streik. Vereinzelt legten auch Kollegen anderer Branchen ihre Arbeit nieder. Es wird erwartet, dass die Proteste im Herbst ihren Höhepunkt erreichen werden und weitere Kreise des öffentlichen Sektor und der Wirtschaft sich dem Streik anschließen.
Neben den Kürzungen richten sich die Proteste auch gegen die Erhöhung des Rentenalters auf 68 Jahre.
Der britische Premier David Cameron lehnt bisher ein Einlenken ab, aber bei den massiven Protesten ist es nur eine Frage der Zeit, dass das britische Volk ihre Regierung zwingen kann, die Kürzungen und Angriffe auf die Rente zurückzunehmen.
Die Gewerkschaften schlagen als Alternativen zu den Kürzungen vor, zum Beispiel Banken und große Konzerne zur Kasse zu bitten. Auf der anderen Seite wird gefordert, dass die Steuerflucht der Unternehmen und der Reichen gestoppt wird.
(NEUESLEBEN)