Zwei Abschnitte des Jahres

„Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!“ ist eine passende Redewendung, wenn man jemandem mitteilen will, dass alles mal endet und dass man sich von allem mal trennen muss. Doch nicht nur die Wurst hat zwei enden. Man könnte auch ein Kalenderjahr fein säuberlich in zwei verschiedene Abschnitte oder Enden einteilen. Das eine Ende ist klar definiert und das erste, woran man denkt, wenn man vom Ende des Jahres spricht: die Nacht von Silvester auf Neujahr ist zugleich Ende und Anfang eines neuen Abschnittes. Alte Sorgen und Laster werden zumindest im Ansatz über Bord geworfen und neue Vorsätze festgelegt. Das Leben nimmt im neuen Jahr seinen Lauf, bis sich am anderen Ende des neuen Jahres neue oder alte Laster wieder treffen und neue oder alte Vorsätze festgelegt werden. Und so vergehen Jahre.
Im Gegensatz dazu ist das zweite Ende eines in zwei Abschnitte eingeteilten Jahres nicht so klar definiert wie Neujahr. Dieser Abschnitt befindet sich irgendwann im Sommer und Länge und Umfang sind relativ und individuell.
Der eine hat die Schule und die Prüfungen hinter sich und schaut vorwärts und total gespannt in eine nahe Zukunft. Manch einer studiert, der andere fängt eine Ausbildung an und wiederum ein anderer einen neuen Job. Neue Arbeitsprojekte werden in der Regel nicht gestartet, Kinos bleiben leer oder zumindest werden keine neuen Filme große Schlagzeilen machen. Die Politik nutzt das Sommerloch, um der Bevölkerung noch eins „reinzuwürgen“, Schlagzeilen machen eher unwichtige Geschichten.
Mit den Sommerferien verlässt man für einige Tage oder mehrere Wochen den Alltagsstress, begibt sich in nahe und ferne Welten, um sich für den neuen Lebensabschnitt zu wappnen und die Zukunft Gegenwart werden zu lassen. Erholt und entspannt wird man sich den neuen Voraussetzungen stellen, die einen im nächsten Abschnitt erwarten. Doch was wäre das für ein neuer Abschnitt nach dem Sommerloch, wenn man sich nicht erholen dürfte? Sicherlich kein guter… Die soziale und wirtschaftliche Situation der Mehrheit der Bevölkerung lässt es leider nicht mehr zu, alle Sorgen und Probleme wegzusommern. Und wenn man zu denen zählt, die noch nichts geplant haben, weil das Portmonai und das Budget zu klein sind: Es gibt Alternativen zu Balkonia, z.B. zusammen mit gleichgesinnten jungen Leuten in Österreich zu campen, Freunde zu treffen, neue Freundschaften zu schließen und trotzdem sich zu erholen. Also nicht aufgeben und aktiv werden. Denn schließlich geht es um den ersten Abschnitt in diesem Jahr!