Die Stimmung kann man nicht beschreiben, muss man erleben!

Kein Urlaub auf Mallorca oder auf den Malediven lässt sich durch ein Sommercamp ersetzen, weil dort auf die Gemeinschaft gesetzt wird. Von den Arbeitsgruppen wie Tanzen, Camp-TV, Radio, Zeitung, Kunst, Musik etc. bis hin zu den Seminaren. Auch der Urlaubsspass kommt nicht zu kurz: Die abendlichen Kulturprogramme wie Lagerfeuer, Konzerte, Theater und Filmabende schweißen die Jugendlichen zusammen. Tagsüber finden zahlreiche Turniere, Spiele und Aktionen statt. Dieses Jahr findet das Sommercamp in Döbriach/Österreich vom 29.07-07.08 statt. Wir haben Yasemen Ilhan, aus dem geschäftsführenden Bundesvorstand, gefragt, was die Teilnehmer in den 10 Tagen erwartet…

Das Camp findet unter dem Motto „So wollen wir leben“ statt. Was darf man sich als Außenstehender unter diesem Motto vorstellen?
Die Gewerkschaftsjugend hat die Initiative „Wie willst du leben?“ gestartet, bei der Jugendliche gefragt werden, wie sie in Bezug auf Arbeit, Bildung, Frieden etc. leben möchten. Auch wir beteiligen uns an der Initiative und denken, dass es keine bessere Antwort darauf geben kann, als solch ein Camp. Denn dort werden wir zeigen, dass wir nicht mit der Arbeitslosigkeit ringen und in den Krieg gezogen werden wollen . Dagegen wollen wir ein Zeichen setzen. Dieses soll für die ganze Welt sichtbar sein. Unser Recht auf Bildung erkämpfen wir uns für unsere Zukunft wieder zurück. Wir sind weder perspektivlos noch hoffnungslos, wie sie es uns immer wieder weiß machen wollen. Wir zeigen ihnen, wie groß unsere Träume sind, unser Widerstand und unsere Vorstellung von einer lebenswerten Welt ist. Gemeinsam werden wir uns dort eine alternative Welt schaffen, die wir in unsere Orte tragen wollen.

Wie sehen die Vorbereitungen für das Camp aus?

Wenn wir mit dem Programm anfangen, kann ich sagen, dass soweit alles fertig ist. Vor ca. einem Monat stand unser endgültiges Programm schon fest, diesbezüglich wurden die Aufgaben an die Jugendlichen verteilt und Akademiker und Gäste, die schon bereits eingeladen waren, noch mal benachrichtigt. Das Besondere an unseren Camps ist, dass die meisten Seminare und Diskussionsrunden von uns Jugendlichen vorbereitet und gehalten werden. Das ist für uns eine gute Möglichkeit, uns in die Themen hineinzuarbeiten und uns zu informieren. Auch bei den Diskussionsrunden kann man beobachten, dass die Teilnehmer weniger Scheu haben, wenn Gleichaltrige vorne stehen. Insofern sind wir alle derzeit an den Vorbereitungen unserer Seminare. Auch für die kulturellen und sportlichen Aktivitäten wurden bereits verantwortliche Gruppen gegründet, die schon ihre Aktivitäten geplant haben. Von unserer Seite kann man nur sagen, dass wir gespannt auf das Camp warten. Und bis dahin heißt es natürlich für uns: Weiter mobilisieren und jeden auf das Camp ansprechen.

Welche Themen werden in den Seminaren und Diskussionsrunden angesprochen?
Es sind alles Themen, die das vergangene politisch geprägt haben. Wie zum Beispiel die Katastrophe in Fukushima. Auf dem Camp werden wir mit so vielen Jugendlichen die Möglichkeit haben, sowohl über den wirtschaftlichen als auch über den wissenschaftlichen Aspekt der Katastrophe und der Atompolitik zu sprechen. Auch die Ereignisse in den arabischen Ländern haben uns am Anfang dieses Jahres nicht kalt gelassen. Genauso wie die Jugendbewegung in Spanien, Griechenland, England etc. Es wird interessant sein, die verschiedenen Ansichten darüber zu erfahren und über unsere Rolle zu sprechen. Ein weiteres leider aktuelles Thema sind die Kriege, vor allem in Libyen. Da werden wir stark auch über die Rolle der NATO und die Rolle Deutschlands in der NATO diskutieren. Es gibt natürlich auch Themen, die uns in unserem alltäglichen Leben beschäftigen, wie etwa Musik, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, Privatisierung, Islamphobie und vieles mehr. Ich denke, dass wir interessante Diskussionen haben werden und mit produktiven Ergebnissen nach Hause fahren werden. Jeder Teilnehmer wird natürlich auch die Gelegenheit haben, die DIDF-Jugend besser kennen zu lernen.

Wie wird das kulturelle Programm abends sein?
Das Abendprogramm ist sehr vielfältig und bunt. Ich glaube, ich würde nicht lügen, wenn ich sage, dass für jeden etwas dabei ist. Am ersten Abend werden wir unsere Eröffnungsfeier mit verschiedenen Musikgruppen aus Österreich organisieren. Wir werden Open-Air-Kino machen, es gibt Kulturabende, die von verschieden Städten organisiert werden. Da lassen wir uns überraschen, was die Städte vorbereiten. Theateraufführungen, Konzerte, Lagerfeuer, Quiz, Talentwettbewerb, Pantomime und einiges mehr stehen auf dem Programm. Jeder sollte seine Instrumente einpacken und unbedingt mitbringen. Am letzten Abend werden bei der Abschlussfeier dann die Früchte unserer Arbeit vorgestellt. Denn die AG´s werden dann ihrer Ergebnisse vorstellen.

Welche AG´s werden dieses Jahr angeboten?

Neben kulturellen AG´s wird es wie immer unsere Medien auf dem Camp geben. Die AG Camp-TV wird dort Aufnahmen vom Campleben machen, Interviews, Sketche und Diskussionsrunden werden da aufgenommen und die Campteilnehmer kommen jeden Abend zusammen, um sich den fertigen Film anzuschauen. Es ist jedes Mal spannend, was dabei rauskommt. Auch die Zeitung-AG bringt ihre Zeitung täglich raus. Neben politischen Ereignissen, die in der Zeit in der Außenwelt passieren, wird auch dort das Campleben reflektiert. Die Radio-AG sorgt meiner Meinung nach dafür, dass man immer gut gelaunt ist. Denn während den Esszeiten laufen Lieder, Gedichte, Interviews und alles, was uns einfällt. Dieses Jahr werden drei verschiedene Tanz-AG´s angeboten. Hip Hop und Folklore, wie sonst auch immer, aber dieses Mal kommt Salsa und Standardtänze noch dazu. Auch die Kunst- und Theater-AG gehören zu den beliebten AG´s und präsentieren ihre Arbeit auf der Abschlussfeier. Wenn jemand neue Ideen hat, darf er damit gerne zu uns.

Das Programm ist richtig voll. Haben die Teilnehmer Freizeit?
Auch Freizeit haben wir trotz dem vollen Programm jede Menge. Dafür haben wir uns auch Freizeitangebote ausgedacht. Da der Camport sehr schön ist, werden wir Spiele am See haben. Wer natürlich seine Freizeit lieber am See liegend verbringen möchte, der kann das auch tun. Jedenfalls wird auf dem Camp niemand Langeweile haben, das kann ich versprechen. Wir werden auch einen Tagesausflug nach Venedig machen. Da die italienische Stadt nicht weit weg ist und sie auch immer wieder gerne besucht wird, lohnt sich der Ausflug dorthin auf jeden Fall.
Die meisten Campteilnehmer wollen unbedingt ein weiteres Mal noch hin. Woran liegt das?
10 Tage, 200 junge Menschen, volles Programm und eine familiäre Atmosphäre. Das ist eigentlich das Geheimrezept unserer Camps. So was lässt sich wirklich durch keinen anderen Urlaub ersetzen. Wie viele Freunde gewinnt man während einem Urlaub? Was lernt man auf Mallorca? Wie viel schafft man in der Türkei? Ich glaube in den Antworten liegt das Geheimrezept. Man kann das Gefühl nicht beschreiben, man muss es erlebt haben.

Gibt es noch etwas, was du hinzufügen möchtest?
Es sind wirklich nur noch wenige Tage. Bis dahin müssen wir unsere Zeit sinnvoll nutzen, uns vorbereiten und noch mehr Freunde ansprechen. Ansonsten freuen wir uns jetzt schon auf den 29.07.
Wir werden in Österreich zeigen, dass eine andere Welt möglich ist, indem wir alles gemeinsam produzieren, herstellen, teilen. Wir werden zeigen, dass man solidarisch leben kann. Die Arbeit mit der Kultur, das Individuum mit der Gesellschaft, die Politik mit dem Leben, das Neue mit der Geschichte, unsere Vorstellungen mit der Realität werden wir verbinden.

Millstätter See:

Der Camport liegt direkt am Millstätter See, dem wasserreichsten See Österreichs. Zwischen grünen Gebirgen und Wanderwegen sieht der See wunderschön aus und ist optimal zum Schwimmen. Auch die Wiese mit dem Ausblick eignet sich super zum Entspannen und für Gruppenspiele.

Venedig: An einem Tag werden wir die einmalige Stadt Venedig entdecken. Einmalig, weil die Stadt im Wasser ist und aus 100 Inseln besteht. Die Kanäle und Gondeln haben einen besonderen Flair und erwarten von uns erkundigt zu werden.

Turniere: Auch Sport kommt nicht zu kurz. Neben diversen Turnieren wie Fußball, Basketball und Volleyball, werden wir viele Sportaktivitäten und Gemeinschaftsspiele unternehmen.