Die Jugend verändert die Welt

Für die eigene Sache kämpfen, sich einsetzen für das Wohl aller Menschen, tagelang den Unmut auf die Strassen tragen und am Ende siegen… Die totgesagte Jugend ist unermüdlich. Ihre internationalen Kämpfe überall in der Welt haben sie zurückgeholt auf die Weltbühne und ihre Kritiker schweigen über die Macht, die diese jungen Menschen haben, wenn sie entschlossen für ihre Sache stehen. Ob zu verjagende Diktatoren oder abzulehnende diktierte Sparpakete – Siege über Siege verzeichnet die Weltjugend gegenüber ihren Peinigern und Unterdrückern.
Wo sind sie hin, die „Jugend-Experten“, die eine Generation X erschaffen wollten und der Jugend jegliche politische oder soziale Handlung absprachen? Warum kommentieren die Zeitungen die Protestierenden nur noch als den griechischen, spanischen oder englischen Mob?
Der Massstab wird ethisch und moralisch so gelegt, wie es dem System passt: Die tunesischen und ägyptischen Jugendlichen sind noch im Recht, wenn sie sich wehren und kämpfen, denn sie kämpfen ja gegen „das Böse“, erschaffen von europäischen Großmächten (doch das wird oft verschwiegen). Wenn sie sich morgen gegen das Diktat der europäischen und amerikanischen Imperialisten wehren sollten, werden sie sicherlich gebrandmarkt als Terroristen oder als „faules Pack“, doch heute sind sie noch die Guten.
Doch die griechischen oder spanischen Jugendlichen sind schon immer faul und realitätsfern gewesen. Wieso wollen sie denn nur nicht einsehen, dass sie schon so lange über ihren Verhältnissen leben und masslos und unverschämt nach einer vernünftigen Zukunft schreien? Mein Gott, sind die bekloppt die Griechen und Spanier, dass sie nicht merken, dass es so nicht weitergehen kann? Sie sollen mal zufrieden sein, dass sie nicht verhungern, denn das würde ihnen eher zustehen, als irgendjemandem sonst!
Die Weltjugend ist zurück, selbstbewusst und stark. Noch ist ihr das Ziel nicht ganz klar und der Weg nicht komplett bekannt. Aber sicher ist, dass sie unzufrieden ist und diese Unzufriedenheit sehr schnell in Veränderungswillen umkehren kann. Und wenn sie das erkannt hat, kann man sie nicht mehr aufhalten.
Die Unzufriedenheit ist auch in Deutschland vorhanden, vielleicht stärker als sonst wo. Doch der Organisationsgrad, die verstreuten Proteste und das Bewusstsein hat sich noch nicht soweit entwickelt, dass daraus Veränderung hervorgeht.
In den kommenden Monaten wird es jedoch genügend Gelegenheit geben die Bewegung zu stärken. Von den antifaschistischen Aktionen am 3. September in Dortmund angefangen, zu Grossdemonstration der IG-Metall- Jugend am 1. Oktober in Köln, den Bildungsstreiks im November, bis hin zu den Friedensaktionen am 3.-5. Dezember in Bonn und diverse andere. Es ist eine Frage der Zeit, dass auch in Deutschland die Jugend die Strassen der Metropole besetzt: gemeinsam und entschlossen!