„Koffer voller Hoffnungen“

Welches Leben mir sie auch zuschneiden
Weiß ich, es ist ein Kleid, das nicht paßt
Aber wie werden die nachkommen
Eigentlich über mich urteilen?
Wenn nicht über meine Wahrheit
So doch über ihre
Aras Ören

Anlass der Ausstellung, die vom IBZ-Karlsruhe und dem Internationalen Jugend und Kulturverein Karlsruhe organisiert wurde, ist der 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei. Zu der Fotoausstellung, die die letzten 50 Jahre türkischer Migration anhand von Einzelschicksalen, Fotos, alten Briefen und Dokumenten nachzeichnet, gab es ein umfangreiches Rahmenprogram.
In der Fächerstadt leben 65.000 Personen mit einem ausländischen Pass oder einem Migrationshintergrund. Die größte Gruppe mit mehr als 6.000 Menschen stellen Türkeistämmige dar. Dies war auch der Anlass dazu, die Ausstellung, welche im Frühjahr im verdi-Haus ebenfalls mit einem breitgefächerten Rahmenprogramm stattfand, dieses Mal vom 6. – 10. November in den Räumen der ibz-Karlsruhe auszustellen.

Im Rahmen der Ausstellung fand nach der Vernissage unter anderem auch eine Podiumsdiskussion mit den Bundestags- und Landtagsabgeordneten zum Thema „Aktueller Sachstand der Integration und Perspektiven“ statt. Ein Höhepunkt war der Vortrag der neuen baden-württembergischen Integrationsministerin Bilkay Öney, die mit einer Gedenkminute für die Opfer des Erdbebens in Van begann. Die Gesprächsrunde mit den ehemaligen Gastarbeitern und die Leseparty für Kinder und Jugendliche mit einem anschließenden Vortrag über „50 Jahre Migration und zweisprachige Literatur“ für Erwachsene mit der Kinderbuchautorin Gülsüm Cengiz stießen auf reges Interesse.

Marion Schuchardt, die Leiterin des ibz- Karlsruhe sagte in ihrer Abschlussrede, mit der Ausstellung sollte das „gemeinsame Wachsen“ der  beiden Kulturen in den Blick gerückt werden und sie sehe dieses Ziel, nach dem die Ausstellung große Zustimmung fand,  ein Stück weit erreicht. Gleichwohl gebe es noch viel zu tun. Auch Deniz Yalcin, Mitglied des Internationalen Jugend und Kulturvereins Karlsruhe, betonte in ihrer Rede, nicht das Trennende sondern das Verbindende, das gemeinsam Erreichte wollen wir stärker in den Vordergrund rücken. Sie sagte: „Der 50. Jahrestag der Arbeitsmigration aus der Türkei bot und bietet uns dafür einen neuen Anlass, zurückzublicken auf das, was wir gemeinsam erreicht haben und nochmals zu bekräftigen, wofür wir weiterhin streiten wollen: Für gleiche Rechte, für Solidarität und Freundschaft!“

Das anschauliche Essensbuffet, das von Frauen als Zeichen der Solidarität mit den Erdbebenopfern in Van organisiert wurde, fand große Resonanz. Die gespendeten Einnahmen sollen an die DIDF-Spendenkampagne zukommen und durch eine Delegation direkt an die Erdbebenopfer in Van überreicht werden, so Buket Gündüz vom Internationalen Jugend und Kulturverein Karlsruhe.