„50 Jahre vergangen, wie soll es weitergehen?“

Wir haben nun das Jahr, an dem sich der Tag, an dem das Anwerbeabkommen zwischen der Türkei und Deutschland unterzeichnet wurde, zum 50. Mal gejährt hat. Allein in der letzten Zeit haben zahlreiche Veranstaltungen zu diesem Thema stattgefunden – Konzerte, Festivals, Lesungen, Theatervorführungen und vieles andere. Dabei wurden immer wieder Anekdoten erzählt, die ersten Tage geschildert und die 50-jährige Geschichte aufgearbeitet. Doch der Aspekt, wie es ab jetzt weitergehen soll und welche Wege eingeschlagen werden müssen, um das Zusammenleben zu stärken und zu fördern, spielte dabei meistens nur eine Randrolle. Genau aus diesem Anlass organisierte die Föderation der demokratischen Arbeitervereine, DIDF, Anfang Dezember im Ehrenfelder Bürgerzentrum in Köln die Podiumsdiskussion unter dem Motto „Austausch, Dialog und Perspektiven. 50 Jahre vergangen – wie soll es nun weitergehen?“.
Zu Gast waren Prof. Dr. em. Wolf-Dietrich Bukow (Forschungsstelle interkulturelle Studien, Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften an der Uni Köln), Dr. Wolfgang Ullenberg van Dawen (Bereichsleiter/ Ver-di Bundesverwaltung), Mehmet Calli (Bundesvorstand DIDF), Fatih Cevikkolu (Kabarettist) und als Moderator des Abends Pascal Beucker (Journalist). Diskutiert wurde vor allem über die spaltende Politik aus deutscher sowie aus türkischer Seite. „Immer wieder versuchen Politik und Medien eine künstliche Situation zu schaffen, um das Zusammenleben als gescheitert wahrnehmen zu lassen. Doch wir stellen immer wieder fest, dass das nicht der Fall ist. Trotz dieser ganzen Hetzkampagnen und Hindernissen haben wir es geschafft ein Miteinander aufzubauen. Diesem natürlichen Prozess des Zusammenwachses kann sich keiner entgegenstellen“, so Mehmet Calli. Hervorgehoben wurde auch vor allem, dass dieser Prozess in den Bereichen, wo es z.B. darum geht, gemeinsame Rechte zu erkämpfen, schon längst vollzogen wurde. Ein gutes Beispiel dafür wären die Gewerkschaften mit der Kampagne „Mach meinen Kumpel nicht an!“. Beendet wurde der Abend mit einer interessanten Diskussionsrunde mit der Beteiligung des Publikums.