US- Soldaten schänden Leichen

Ein Video, welches durch das Internet geht, unter anderem auf der Videoplattform Youtube, sorgt weltweit erneut einmal für Empörung. Auf dem Video sind amerikanische Soldaten zu sehen, die auf mutmassliche tote Taliban-Kämpfer urinieren. In dem 39 Sekunden langen Video sind vier Männer in US-Uniform zu sehen, die lachend und scherzend über die drei blutigen Leichen urinieren. Einer der Soldaten sagt „Schönen Tag noch, Kumpel!“, während er sich offenbar bewusst ist, gefilmt zu werden. Ein anderer spricht von einer „Dusche“. Die Soldaten sind bereits als Mitglieder eines Sniper-Teams aus Camp Lejeune (US-Staat North Carolina) identifiziert worden. Sie waren im letzten Jahr bis August im Süden Afghanistans eingesetzt. Die Marines haben mittlerweile eine Untersuchung eingeleitet. Wer das Video veröffentlicht hat, ist aber noch unklar.
Soldaten sollen         bestraft werden
Zwar sollen die Soldaten nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums bestraft werden, jedoch ändert dies nichts an der Tatsache, dass Soldaten zu solchen unmenschlichen Taten fähig sind.
Das Video wäre nicht der erste Beleg für Vergehen oder sogar für Verbrechen US-amerikanischer Soldaten in Afghanistan. Brutale und grausame Taten der Soldaten stiessen schon in den letzten Jahren auf empörende Reaktionen. Im vergangenen Jahr war etwa bekannt geworden, dass Soldaten sogenannte Kill Team „Tötungsteam“ gebildet und so Jagd auf afghanische Zivilisten gemacht hatten. Die Bande hatte aus reinem Spaß mit den Leichen von afghanischen Zivilisten posiert und abgetrennte Körperteile als Trophäen mitgenommen. Beispiele dieser minderwertigen Taten waren in verschiedenen Ländern an die Öffentlichkeit vorgedrungen. Nicht nur in Afghanistan, sondern auch in anderen Ländern wie z.B im Irak, waren in den letzten Jahren häufig Meldungen über Verbrechen und Mordeslust der US-Soldaten an die Öffentlichkeit geraten.
Jedoch: Die Dunkelziffer der Fälle und Verbrechen, die in Kriegsgebieten ausgeübt werden, wird weit höher sein, als bisher bekannt. Die Grausamkeit des Krieges und die Auswirkungen auf Menschen werden anhand dieser Beispiele wieder einmal erschreckend vor die Augen geführt. Genauso erschreckend aber ist die Tatsache, dass in Afghanistan derzeit etwa 20.000 Marines stationiert sind und insgesamt rund 130.000 US- und NATO-Soldaten, deutsche Soldaten mit einbezogen, im Einsatz sind. Ein Rückzug scheint in naher Zukunft aber nicht geplant zu sein, auch wenn in den letzten Tagen in den US-Medien Erfolgsberichte in Bezug auf eine Einigung mit den Taliban herumkursieren. Dass besetzte Bevölkerungsgruppen durch diese Erlebnisse auf emotionaler Basis Hass und Rachegefühle entwickeln, scheint nach diesen Meldungen auch nicht mehr verwunderlich zu sein.