Neonazis am 18. Februar in Dresden blockieren Aktionen von „Dresden Nazifrei“ : Schwere Schlappe für Neonazis

 

Von Florian Osuch

 

Neonazis aus Deutschland und Nachbarländern wollen am 18. Februar 2012 erneut in Dresden aufmarschieren. In perfider weise „gedenken“ sie den deutschen Opfern der Bombardierung der sächsischen Landeshauptstadt zum Ende des zweiten Weltkrieges und verdrehen die Geschichte – aus deutschen Tätern, die das Nazi-Regime unterstützten, werden zivile deutsche Opfer.

 

Anfang der 2000er Jahren marschierten teilweise bis zu 7.000 Neonazis durch Dresden, die Veranstaltung wurde zum zentralen Termin für Neonazis aus ganz Europa.

 

In den vergangenen zwei Jahren sorgten Blockaden des antifaschistischen Bündnisses „Nazifrei! Dresden stellt sich quer“ dafür, dass der Aufmarsch verhindert wurde. Bis zu 20.000 Menschen stellten – und setzten – sich den Faschisten in den Weg. Das Motto lautete: wo ein Antifaschist sitzt oder steht, kann kein Nazi marschieren.

 

In Nordrhein-Westfalen haben sich zahlreiche Organisationen zum Koordinierungskreis „Dresden Nazifrei / NRW“ zusammengeschlossen, darin vertreten sind Aktive aus Gewerkschaften, Antifa-Gruppen, Parteien und Jugendverbänden, sowie linken Organisationen und Einzelpersonen. Dort wird eine gemeinsame Anreise für den 18. Februar 2012 nach Dresden geplant, sowie Blockadetrainings, Veranstaltungen und sonstige Aktionen koordiniert. „Unser konsequentes und transparentes Aktionskonzept hat dazu beigetragen, die Nazis in den vergangenen zwei Jahren zu stoppen. Sorgen wir dafür, dass die Nazis auch in diesem Jahr frustriert nach Hause fahren müssen!“, heißt es beim Koordinierungskreis.

 

Alles deutet darauf hin, dass die Neonaziszene in Deutschland tief zerstritten ist. Einige Faschisten halten an den Aufmarschplänen fest und wollen offenbar unbedingt ein drittes Mal blockiert werden. Anderen haben bereits vor den Vorbereitungen der Blockadeaktionen kapituliert und kommen erst gar nicht nach Dresden. Ein erster Erfolg scheint erreicht. Für den 18.2. werden weniger Nazis in der Elbe-Stadt erwartet, als in den Jahren zuvor. Beim Koordinierungskreis heißt es dazu: „Wir überzeugen uns jedoch selbst davon, ob der Naziaufmarsch Geschichte ist! Kommt mit uns am 18.2. nach Dresden“.

 

Informationen unter: www.nrw.dresden-nazifrei.com