Breivik posiert mit Nazi-Gruß

Pinar Yigit

 

Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik ist bei seinem Gerichtstermin in Oslo erstmals öffentlich von einem großen Medienaufgebot fotografiert und gefilmt worden. Der Rechtsradikale hatte im vergangenen Sommer bei zwei Anschlägen 77 Menschen getötet und sitzt seitdem in Haft.

Kurz vor dem Haftprüfungstermin konnte der 32-Jährige beim Betreten des Gerichtssaales abgelichtet werden. Beim Betreten des Gerichtssaals in Oslo hatte der Handschellen tragende Breivik seine Hände stolz zum Nazi-Gruß erhoben und sorgte mit seinen Forderungen „umgehend freigelassen zu werden“ und auch noch eine Nominierung für einen Kriegsorden des norwegischen Militärs zu bekommen, bei den Zuschauern im Gerichtssaal für Gelächter. „Eine gute Art, seine Argumente auseinanderzunehmen, ist es, ihn auszulachen“, sagte Magnus Haakonsen, der Behring Breiviks Angriff auf ein Sommerlager der regierenden Arbeiterpartei auf der Insel Utöya überlebt hatte.

Zum Haftprüfungstermin hatten sich 160 Medienvertreter und knapp hundert
Hinterbliebene der Opfer, sowie Überlebende als Zuhörer eingefunden. Seine beiden Attentate vom Juli, bei denen er insgesamt 77 fast durchweg jugendliche Opfer getötet hatte, die aktiv bei der Jugendorganisation der Sozialdemokraten waren, nannte Behring Breivik „vorbeugende Anschläge gegen Staatsverräter“ und Verteidigung der „ethnisch norwegischen Bevölkerung“.
Bedauern zeigte er keineswegs: „Weil ich in Notwehr im Namen meines Volkes, meiner
Kultur, meiner Religion, meiner Stadt und meines Landes gehandelt habe.“

Im November hatten zwei vom Gericht beauftragte Gutachter Behring Breivik wegen „paranoider Schizophrenie“ für unzurechnungsfähig erklärt. Opfer und Anwälte dagegen forderten ein neues Gutachten, da mehrere Nebenkläger das Vorgehen Behring Breiviks während des Massakers auf Utöya als methodisch und rational wahrnahmen.

Die Untersuchungshaft wurde bis zur Prozesseröffnung am 16. April verlängert um weitere Gutachten über die Zurechnungsfähigkeit anfertigen zu können. Das am 10. April erwartete  Ergebnis wird dann entscheiden, ob er nach einem Schuldspruch ins Gefängnis oder in eine psychiatrische Einrichtung muss. Faschismus kann man zwar auch als eine Krankheit ansehen, jedoch sollte dies kein Grund für eine Strafmilderung sein.