17. Bundeskonferenz der DIDF: „Kräfte bündeln“

Vom 23. bis 25. März findet in Köln die 17. Bundeskonferenz der DIDF (Föderation der Demokratischen Arbeiter Vereine) statt. Unter dem Motto „Gegen Rassismus und Armut – Kräfte bündeln“ werden über 150 Delegierte aus 35 Mitgliedsvereinen zusammenkommen, um die politische Situation und die Aktivitäten der DIDF zu besprechen und politische Leitlinien für die kommenden 2 Jahre festzulegen. Düzgün Altun vom geschäftsführenden Vorstand erklärt hierzu: „Seit Anfang des Jahres laufen die Vorbereitungen schon. Die meisten Mitgliedsvereine haben ihre lokalen Konferenzen und Mitgliederversammlungen durchgeführt. An den Wochenenden bis zur Bundeskonferenz werden die restlichen Vereine auch ihre Versammlungen beendet haben. In der Konferenzzeit seit Anfang des Jahres haben wir als Bundesverband ca. 3000 Mitglieder und Freunde unserer Organisation erreicht.“ Von Hamburg bis München, von Berlin bis Köln wurde auf den Ortskonferenzen die lokale Arbeit der letzten Zeit bewertet, die politische Entwicklung in Deutschland ausdiskutiert und ein neuer Vereinsvorstand gewählt. Auf der Bundeskonferenz werden die Delegierten einen neuen Bundesvorstand wählen und politische Schwerpunkte für die Bundes-, aber auch lokale Arbeit setzen und die Ergebnisse ihrer Mitgliederversammlungen auf die Bundesebene tragen.

 

Gegen Rassismus und Armut – Kräfte Bündeln“

Die DIDF versteht sich seit ihrer Gründung im Dezember 1980 als ein Dachverband türkeistämmiger Menschen und Vereine, die sich gegen Rassismus, Nationalismus, Ausgrenzung und Ausbeutung einsetzen und gegen soziale Probleme in der Gesellschaft den einheitlichen Kampf aller Werktätigen stärken wollen, unabhängig von nationaler oder religiöser Herkunft.

In der Erklärung des Verbandes heißt es:

„Wirtschaftliche und politische Turbulenzen gehen auf der Welt weiter. Gerade hat man angefangen, sich zu freuen, die Krise überwunden zu haben, spricht man schon wieder von weiteren Krisen, die sich am Horizont zeigen. Trotz aller Versuche, die Armut klein zu reden, ist es erschreckend, zu sehen, wie auf der einen Seite die Kapitalbesitzer auf Kosten ihrer lohnabhängig Beschäftigten sogar aus der Krise Profit geschlagen haben und auf der anderen Seite arme und hilfsbedürftige Menschen immer tiefer in die Ausweglosigkeit getrieben werden. In diesem Zusammenhang sind die Ergebnisse der laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst und in der Metall- und Elektroindustrie umso wichtiger. In Zeiten der Unsicherheit und Kriegstreiberei ist der gemeinsame Kampf und Solidarität unerlässlich. Ebenso erschreckend ist es, wie einfach der Rassismus und die Ausgrenzung tiefer in die Gesellschaft eindringen und sich etablieren können und der Staat mit Scheinveranstaltungen und Erklärungen den Kern des Problems ausblendet. Und das nicht erst nach bekanntwerden des NSU-Terrors und -Morde.“

Dem Verband geht es aber nicht nur darum, die deutsche Politik und die Zustände zu kritisieren, sondern ein Standbein der Vereinsarbeit bilden die Probleme der Türkeistämmigen. Düzgün Altun hierzu: „Migranten sind in dieser Gesellschaft klar benachteiligt. Arbeitslosigkeit, Armut, Perspektivlosigkeit, Ausgrenzung von Bildung sind gesellschaftliche Probleme, die vor allem auch Migranten betreffen. Jedoch versuchen reaktionäre Kräfte sowohl auf deutscher als auch auf türkischer Seite, die Probleme zu ethnisieren und die Gesellschaft zu spalten!“

In der Erklärung heißt es dazu: „Nicht zu unterschätzen sind hierbei die türkischen Nationalisten und reaktionären Kräfte, die die deutsche Ausgrenzungspolitik und politische Entwicklungen in der Türkei ausnutzen, um ihren nationalistischen und religiösen Einfluss auf vor allem Menschen der zweiten und dritten Generation weiter auszubauen. Unter genau diesen Bedingungen findet unsere Bundeskonferenz statt, wo wir sowohl die Politik unserer Föderation der letzten zwei Jahre bewerten werden, wie auch für die kommende Zeit unsere politische Ausrichtung und Leitlinien beschließen werden.“

Der Verband möchte den gemeinsamen Kampf für eine bessere Zukunft in Deutschland stärken und setzt sich dafür ein, dass Migranten als Teil der Arbeiterklasse sich in politischen Kämpfen für Arbeit, Bildung, Frieden und Demokratie stärker einbringen.