Bubble Tea: das „neue“ Kultgetränk

Pinar Aki

 

Sie sind erfrischend, schmecken unheimlich süß und verleihen den Verbrauchern zudem noch einen besonderen Kick beim Trinken. Die einst in Südostasien sehr beliebten kalten Frucht-Tee-Getränke haben sich, nachdem sich der Trend 1990 unter den Jugendlichen in Amerika verbreitete, mittlerweile auch in Deutschland durchgesetzt und erobern nun die Getränkeszene. Sie sorgen für großes Interesse, ein „völlig neues Trinkerlebnis“ und jede Menge Spaß vor allem aber bei Jugendlichen. Die Verkaufszahlen liegen weit oben, denn egal ob bei gutem oder bei schlechtem Wetter, die Schlange geht meistens bis an die Ladentür. Bei Bubble-Tea denken viele zuerst einmal an Tee und nicht an ein Getränk, das mehr Kalorien hat, als ein Glas Cola.

Vor allem Eltern oder Großeltern, die den Kleinen so ein Getränk kaufen, denken eher an ein gesundes Getränk. Wer es selbst trinkt, wird wohl sehr schnell merken, dass die Süße sehr intensiv ist, es nur nach Chemie schmeckt und sicherlich alles andere ist, als gesund. Das ursprünglich gesunde Schaumgetränk aus Taiwan, zusammengesetzt aus kaltem Tee und Fruchtsirup oder Fruchtpüree, wurde von Straßenverkäufern vor allem an Schulkinder verkauft. Erst einige Zeit später kam die Besonderheit des Getränkes hinzu, entweder die sogenannten traditionellen schwarzen Tapiokaperlen, die aus gemahlenen Maniok-Wurzeln vermischt mit Ahorn-Sirup, hergestellt werden, die ihre kaugummiähnliche Konsistenz durch Aufkochen erhalten oder eine andere Speisestärke, zum Beispiel die Popping Bobas-Kügelchen aus Alginat mit einer flüssigen Füllung, die beim Zerbeißen platzen. Da aber Stärke geschmacklos ist, werden die fertigen Kügelchen in eine Zuckerlösung getaucht und können mit einem Strohhalm aufgesaugt und gegessen werden.

Beliebter als die traditionellen Tapioka-Perlen sind allerdings die bunten Bubbles (Popping Bobas). Hergestellt werden diese Bubbles, von der traditionellen Herstellungsweise stark abweichend, aus intensiv süßen, eingedickten Fruchtsäften, ummantelt von Calciumhüllen: Litschi, Mango, Erdbeere uvm.

Populär wurde das Getränk erst nach einem Bericht von  einer japanischen Nachrichtenagentur. Daraufhin hat sich der Trend in Asien und anschließend in ganz Amerika verbreitet. Heute gibt es auch in Deutschland  Teehaus-Ketten, mittlerweile an fast jeder Ecke, die ausschließlich Bubble Tea in den unterschiedlichsten Varianten verkaufen.

Krankenkassen, Ärzte und Verbraucherschützer warnen allerdings vor den Risiken der süßen Kalorienbombe, denn ein 0,2-Liter-Becher enthält zwischen 300 und 500 Kalorien, außerdem enthält es je nach Zusammenstellung eine Vielzahl an Farb- und Aromastoffen, Säuerungsmitteln sowie Konservierungsstoffen. Diese Zusatzstoffe sind in vielen Fällen nicht klar gekennzeichnet. Wünschenswert wäre neben einer eindeutigen Kennzeichnung zudem eine Kennzeichnung von allergieauslösenden Inhaltsstoffen. Auch Kinderärzte fordern Warnhinweise auf Bubble Tea-Bechern, da vor allem Kleinkinder sich an den meist erbsengroßen Kügelchen verschlucken können.