Das Anatolian Jazz Orchestra

Erst ist aus der Schwärze des abgedunkelten Bühnenraums der Klang einer Mey zu hören, die anatolische Version der armenischen Doppelblattflöte, dann der dumpfe Rhythmus einer Handtrommel und in Folge das „Selam Olsun“ von Özgür Gürsoy und Peer Triebler. Wenn das „Anatolian Jazz Orchestra“ ein Konzert startet, dann geschieht dies meist in dieser Reihenfolge. Und danach bekommt das Publikum die verschiedensten anatolischen Instrumente vermengt mit dem typischen Klang des Jazz´ zu hören. Drei Posaunen, eine Bassposaune, ein Saxophon, ein Flügelhorn/Trompete, ein Kontrabass, eine E-Gitarre, ein Schlagzeug, eine Tuba, und ein Klavier treten dabei mit einem gradlinigen Big Band-Sound in Einklang mit der Sängerin Sibel Egilmez und der Saz, türkische Langhalslaute, gespielt von Özgür Gürsoy.

Gegründet wurde das Anatolian Jazz Orchestra 2005 in Berlin, bestehend aus insgesamt elf Musikern aus verschiedener Herkunft. Im Gegensatz zu den meisten anderen „Weltmusik-Projekten“ interpretiert das Anatolian Jazz Orchestra traditionelle anatolische Melodien in komplett bearbeiteten und harmonisierten Jazz-Arrangements, sodass eine Synthese aus östlicher Musik und Jazz mit immer wieder überraschenden Einblicken entsteht, ohne die Identität der Lieder in den Hintergrund zu stellen. Die elfköpfige Band verbindet die schönsten und schlichtesten Melodien Anatoliens mit einem orchestralen Sound aus der Feder des Berliner Arrangeurs Dieter Jalowitzkie. Der anatolische Originalklang wird dabei durch traditionellen Gesang und durch die Verwendung der Instrumente, wie Saz, Mey und Zimbel erreicht. Ziel des Projektes ist es, die Fusion der einzigartigen Melodik und Metrik der anatolischen Volksmusik mit dem Sound einer Big-Bang zu erreichen, genauso aber auch einen Dialog zwischen Musiktraditionen unterschiedlicher Herkunft, in dem sich beiden Kulturen wiederfinden können. Die unverwechselbare Musik des Anatolian Jazz Orchestras wird auch von traditionellen Tänzen begleitet und wird dadurch nicht nur zum Hören, sondern auch zum Sehen ein großes Ereignis.