Gewerkschaften: Minijobs = Armutsfalle !

Die 400-Euro Minijob Regelung soll seitens CDU-FDP Regierung geändert werden. Und zwar soll aus den 400-Euro-Grenze für Mini-Jobber die Grenze auf 450 Euro erhöht werden. Doch wie sieht es aus mit Minijobs in Deutschland?

Minijobs sind eine Niedriglohnfalle. Diejenigen, die in solchen Jobs arbeiten, werden schlechter bezahlt als andere ArbeiterInnen, sie haben keine soziale Sicherheit  und kommen auch selten somit in einen regulären Job.

Für viele ist der 400 Euro Job die einzige Einkommensquelle. In Deutschland stieg die Zahl der 400-Euro-Jobs 2011 auf 7,3 Millionen an. Das ist der höchste Stand seit 2003. Über 60% der Minijobber sind weiblich. Gerade diesen Frauen wird damit eine eigenständige Existenzsicherung verwehrt und sie bleiben abhängig bis ins hohe  Alter. Eins ist klar, ein lebenlang Mini-Job heißt auch Altersarmut in Rente.

Im Gegensatz zu sozial abgesicherten Arbeitsverhältnissen, steigt die Zahl der unsicheren und schlecht bezahlten Jobs. Die Arbeitgeber  ersetzen die Festangestellten durch Leiharbeit, Werkverträge oder Minijobs. Durch  die Minijobs haben die Unternehmen eine Möglichkeit, die  Kosten für Personal extrem zu senken und somit Profit zu maximieren.

Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert die  Neue geplante 450 Euro Regelung scharf. Damit würde der Niedriglohnsektor mit all seinen Folgen weiter wachsen.

„Im Gastgewerbe ist fast jeder zweite Arbeitsplatz ein Minijob. Sozialversicherungspflichtige Arbeit wurde großflächig verdrängt. So arbeiteten 2011 im Gastgewerbe 835.000 Menschen mit Minijob, kaum mehr – 868.000 – sozialversicherungspflichtig. Rund 70 Prozent der Minijobber sind Frauen, die in der Regel keinen Tariflohn, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie keine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall erhalten. Gefördert werde darüber hinaus die Schwarzarbeit, weil es für Minijobs keine Stundenlimits gibt.“

Deutschland ist innerhalb der EU Spitzenreiter in Sachen: Billigjob, Leiharbeit, Werkverträge, Minijobs, und befristeter Beschäftigung.  Eine  Methode um den Niedriglohnsektor einzudämmen, ist der Kampf der ArbeiterInnen für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von mindestens 10 Euro Stundenlohn. Alles unter 10 Euro Stundenlohn ist ein Armutslohn. Es liegt in unseren bzw. in den Händen der ArbeiterInnen, diese Verhältnisse zu ändern.

Cayan Kartal / Neues Leben