Frieden – Trotz alledem!

Eine friedliche Welt ohne Kriege und Aufrüstung ist erstrebenswert. Niemand will getötet werden oder töten müssen, Familie und Angehörige verlieren, Haus, Hab und Gut hinter sich lassen und fliehen. Doch über 30 Kriegsherde gibt es heutzutage überall in der Welt. Neben kleinen und großen Bürgerkriegskonflikten toben auch Angriffskriege von Großmächten gegen selbsternannte Feinde. Heutzutage sogar offener und öfter, als vor gerade mal einem Jahrzehnt. Dabei sollte man doch meinen, dass die Menschheit endlich begreifen müsste, dass Kriege keine Lösung bringen.

Seit Beginn der 1950er Jahre wurde in der DDR, seit 1957 in der BRD am 1. September zu Friedensdemonstrationen aufgerufen. Dieser Tag sollte an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 erinnern. „Nie wieder Krieg“ war die Losung der Gewerkschaften und der zivilen Organisationen, die aus den Erfahrungen der beiden Weltkriege gelernt hatten.

Doch wo sind diese Kräfte jetzt? Vor allem, während die Welt sich unter dem Diktat der großen imperialistischen Mächte auf neue Kriege zubewegt? Afghanistan, Irak, Libyen sind noch nicht einmal Geschichte, haben noch keinen Platz in alten, verstaubten Geschichtsbüchern oder Vitrinen gefunden und dennoch bereitet man sich auf die baldigen Angriffe vor. Syrien und der Iran sollen neu geordnet und aufgeteilt werden und wieder einmal dient die „Demokratisierung“ und der „Freiheitswille“ als Ausrede, militärisch zu intervenieren. Dabei sollte der 1. September doch der Tag des Waffenstillstands und der Gewaltlosigkeit sein. Eine Utopie? Oder doch möglich, Wirklichkeit zu werden?

Man kann keinen Weltfrieden nur an einem Tag leben. Auch in diesem Jahr werden Bomben und Raketen knallen und mit Schweiss und viel Arbeit aufgebautes Leben zerstören. Die einzige Möglichkeit, das zu verhindern, ist, wieder aktiv zu werden, die Strassen zu fülllen und zumindest die Herrschenden im eigenen Land zu zwingen, sich nicht an dem Blutvergießen zu beteiligen, weder direkt mit einem eigenen Angriff, noch indirekt mit Waffen- und Geldlieferungen oder Spionagetätigkeiten! Frieden auf der Welt ist möglich, bedingt aber, dass man zuerst selber einen Krieg führt: Nämlich einen Krieg gegen den Krieg! Von den Herrschenden und Regierenden kann man das nicht erwarten, denn Krieg ist ihr Geschäft und füllt ihre Kassen.

Daher kann die Aufgabe der friedensbewegten, der demokratischen und fortschrittlichen Kräfte heutzutage also nur sein, alle Kriegsbemühungen blosszustellen und konsequent Frieden einzufordern! Die Losung lautet: „Krieg“ den Kriegstreibern! Frieden – Trotz alledem!