Wär` ich nicht arm, wärst du nicht reich…

Es gibt genug Reichtum in Deutschland, soviel Geld und Vermögen, dass man, wenn man alles in Geldscheinen übereinander stapeln würde, mehrere Fahrten zum Mond und zurück machen könnte. Die reichsten 1 % in Deutschland besitzen 46 % des Vermögens, während auf der anderen Seite über 15 Millionen Menschen am oder unter dem Existenzminimum leben müssen, viele von diesen, obwohl sie bereits eine Arbeit haben. Dieser Widerspruch in unserer Gesellschaft ist wahrscheinlich das Problem überhaupt und seine Lösung ist vermutlich entscheidend für die Richtung, in die sich die Menschheit bewegen wird. Wenn es so weitergeht, gar sich tendenziell verschlimmert, wie es z. Zt. aussieht, sieht es düster aus für die menschliche Zukunft.

Doch: „Geld ist da und nicht zu knapp, die Reichen geben nur nichts ab“, ist das die Lösung des Problems? Sicherlich ist alles ungleich verteilt, während ein sehr kleiner Teil in Unmengen verzehren kann, hungert ein Großteil. Schlecht wäre es nicht. Aber gerecht wäre Deutschland trotzdem immer noch nicht, auch wenn Multimillionäre und Milliardäre paar Prozent von „ihrem“ Reichtum abgeben würden. Interessant ist doch, wie diese Ungleichheit zustande kommt. Die „Bosheit“ einiger Leute kann das nicht solange aufrecht halten. Dahinter muss ein System liegen, welches dieses ermöglicht. Eine Reichensteuer oder Vermögenssteuer ist ein Muss, aber nicht die endgültige Lösung. Die Frage, die sich automatisch stellt, ist doch die, wie die Reichen überhaupt zu ihrem Reichtum kommen. Gesellschaftliche Produktion wird individuell angeeignet, durch Ausbeutung, Kürzung, Sparzwang und Lohndrückerei wird der Profit maximiert und kommt nur Wenigen zugute. Soviel Reichtum anhäufen, dass nicht mal 100 Leben ausreichen würden, um alles auszugeben, das braucht eigentlich doch kein Mensch!

Die Menschen in Deutschland erkennen nun auch, dass es so nicht weitergehen kann, auch wenn es hier (noch?) keine sozialen Unruhen und Massenproteste gibt, wie in anderen Ländern. Trotzdem haben sich bundesweit und auf lokaler Ebene Bündnisse von Gewerkschaften, Sozialverbänden und Initiativen gebildet, die ein bisschen mehr Gerechtigkeit und eine unFAIRteilung fordern. Auch wenn das nur ein kleiner Schritt für ein bisschen mehr Gerechtigkeit ist, muss diese Bewegung gestärkt werden. Jedoch müssen auch konsequente Schritte unternommen und Druck von unten aufgebaut werden, denn bloße Appelle an die Vernunft von Reichen werden sicherlich nicht fruchten.