Hungerstreik am 68. Tag beendet

Der Hungerstreik von über 700 kurdischen Häftlingen ging am 68. Tag zu Ende. Die Inhaftierten forderten mit ihrem Hungerstreik, dass die Isolationshaftbedingungen ihres politischen Führers Abdullah Öcalan aufgehoben wird, die Unterdrückung der kurdischen Muttersprache endet und die Bildung in der Muttersprache möglich wird. Deniz Kaya erklärte im Namen aller am Hungerstreik beteiligten: „Wir nehmen den Aufruf unseres Führers Öcalan zur Beendigung des Hungerstreiks als Grundlage und beenden unseren Hungerstreik zum 18. November 2012. Wir werden verfolgen, ob und in welcher Weise mit unserem Führer Öcalan in naher Zukunft als Gesprächspartner in Bezug auf die demokratischen Forderungen des kurdischen Volkes kommuniziert wird.“

 

Öcalan hat zur Beendigung des Hungerstreiks aufgerufen

Abdullah Öcalan hat durch seinen Bruder, Mehmet Öcalan, der ihn am 17. November besucht hatte, mitteilen lassen, „der Hungerstreik ist sehr bedeutungsvoll. Die Aktion hat sein Ziel erreicht. Die Hungerstreikenden sollen ohne jegliche Bedenken und möglichst bald ihren Hungerstreik beenden. Ich richte jedem Streikenden einzeln von hier meine Grüße aus.“ Deniz Kaya, der die Erklärung der Streikenden verlas, bezog sich auf den Appell Öcalans und erklärte den Hungerstreik für beendet.

 

Eine neue Grundlage für den Frieden

Die Vizevorsitzende der BDP (Partei für Demokratie und Frieden), Gülten Kisanak, bezog sich beim Fernsehsender Hayat TV auf die Beendigung des Hungerstreikes und sagte, „Wir haben die Häftlinge in Diyarbakir besucht. Sie haben uns ihren Entschluss mitgeteilt und gesagt, ´Wir bedanken uns bei unserem Volk, bei der demokratischen Öffentlichkeit und bei den Intellektuellen für ihre Unterstützung und Solidarität. Das war für uns sehr wichtig. Der Aufruf von Öcalan hat für uns zwar oberste Priorität, aber auch der Aufruf der BDP und des Blockes waren für uns wichtig`. Sie bekräftigten ihren Glauben daran, dass der demokratische Kampf nun außerhalb der Gefängnisse stärker geführt werden wird, und sie ihren Teil in ihren Gefängniszellen beitragen werden.“

Kisanak sagte weiter: „Dieser Widerstand hat im Prozess der demokratischen Lösung der Kurdenfrage eine neue Grundlage für neue Wege geschaffen“ und forderte die Regierung auf, diesen konstruktiven und vernünftigen Schritt richtig zu deuten und nötige demokratische Schritte einzuleiten. Der erste Schritt wäre die unrechtmäßigen Isolationsbedingungen von Öcalan zu beenden.

 

Übersetzt aus der Evrensel von Serpil Karahan