Die Geister, die Deutschland rief!

Das Thema Zuwanderung ist und bleibt in Deutschland ein Thema. So wurde in Wiesbaden eine Studie veröffentlicht, die die Zu- und Abwanderung nach Deutschland für die erste Jahreshälfte von 2012 wiedergibt. Hiernach ist sowohl die Zahl der Zu- als auch der Abwanderer gestiegen. So migrierten alleine in der ersten Hälfte von 2012  501.000 Menschen nach Deutschland. Das sind 66.000 mehr als in der ersten Jahreshälfte von 2011. Prozentual gesehen, stieg die Migration um 15 Prozent. Dies ist ein Höchststand seit Mitte der 90´er Jahre.

 

Migration innerhalb der Union

Bei genauerem Hingucken ist eine Migration innerhalb der Europäischen Union (EU) ersichtlich. Genauer gesagt, es wandern immer mehr Menschen aus den europäischen Krisenstaaten nach Deutschland. Deren Anteil stieg im Vergleich zur Vorjahreshälfte 2012 um 24 Prozent auf 306.000. Von Januar bis Juni 2012 wanderten über 15.700 Griechen nach Deutschland. Bei den Spaniern waren es über 11.000 und aus Portugal suchten 2000 Menschen den Weg nach Deutschland. Spitzenreiter sind allerdings die Migranten aus Polen mit 89.000.  Auch stieg die Zahl der Zuwanderer aus den Nicht-EU-Staaten. Spitzenreiter sind hier die ungarischen Migranten mit einem Anteil von 46 Prozent. Im Übrigen kamen 10 Prozent aus Afrika, 2 Prozent aus Amerika und 7 Prozent aus Asien. Hiergegen wanderten 318.000 Aus Deutschland aus. Das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt kommt Deutschland damit auf ein Wandersaldo von 180.200.

 

Deutsche Politik begrüßt diesen Umstand

Gunilla Fincke, Chefin des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration begrüßt den „ausländischen Zuwachs“  zum Wohle der Wirtschaft. „Die neuen Zahlen zeigen, dass die EU-Freizügigkeit ein Erfolg ist (…) Arbeitslose aus Krisenstaaten nutzen die Möglichkeit, in wirtschaftlich besser gestellten EU-Ländern zu arbeiten. Davon profitieren alle: Deutschland kann den Fachkräftemangel abbauen, die EU-Bürger entlasten den Arbeitsmarkt in ihrer Heimat. Zu vermuten ist zudem, dass viele zurückkehren, wenn sich die Lage in ihren Ländern wieder verbessert.“ Die Integrationsbeauftragte der Regierung, Maria Böhmer (CDU) hingegen stieß die Frage der Integration an und betonte, dass auch die Integration bei den Fachkräften kein Selbstläufer sei und man diese Frage nicht auf die erforderlichen Deutschkenntnisse herunterbrechen dürfe. Vielmehr müsse ein Umfeld der Heimat geschaffen werden, weil die Fachkräfte überwiegend mit ihren Familien kommen würden und man ihnen deshalb das Signal der „Willkommenskultur“ setzen müsse.

 

Die Hintergründe und Gefahren

Zunächst bleibt festzuhalten, dass nicht nur die wirtschliche Krise in diesen Staaten der Grund für die Auswanderung sind. Vielmehr sind es die aufgrund  der Krise diesen Staaten aufgebürdeten Spardiktate, die unter der Federführung von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgenommen werden.  Schon jetzt ist klar, dass beispielsweise Griechenland niemals die in Anspruch genommenen Schulden zurückzahlen kann. Statt einen Schuldenschnitt zu machen, werden die kriselnden Staaten weiterhin gezwungen, zu sparen. Mit dem Sparen einhergehend vergrößern sich die Armut und das Elend, was die Menschen regelrecht dazu zwingt  auszuwandern.  Und wo wandern sie hin? In den Staat, der den Ton in der EU angibt; nämlich nach Deutschland!  Dieser Zustand verdeutlicht das Prinzip der „Zwei-Klassen-Staaten“ innerhalb der EU. Auf der einen Seite die mächtigen Staaten, wie Deutschland und Frankreich, auf die sich das Kapital konzentriert und auf der anderen Seite die verarmten Staaten, wie Griechenland und Co, deren Bevölkerung sich gezwungen sieht, in die mächtigen Staaten auszuwandern.  Zum anderen ist zu bemerken, dass dadurch  die Umstände für die in Deutschland lebenden Menschen erschwert werden. Gepflegt nach den Regeln  von Angebot und Nachfrage wird das Angebot an Arbeitskräften  ihre Nachfrage um ein vielfaches übersteigen, was dazu führen wird, dass die Arbeitskraft noch billiger wird, als sie ohnehin schon ist. Das bedeutet wiederum, dass noch mehr Menschen, trotz Arbeit, nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten werden können. Diese Fehlentwicklung birgt eine weitere  große Gefahr aus dem rechten Lager. Denn diese werden genau die Missstände ausnutzen, um die Menschen für ihre menschenverachtende Gesinnung zu gewinnen und die Ursachen der Armut und Krise bei den „faulen“ Völkern zu suchen, anstatt im System.

Onur Kodas