Proteste in Tunesien

Im Norden Tunesiens ist die Polizei am Wochenende bei Protesten gegen die Armut im Land erneut mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen. Brennende Barrikaden lodern auf den Straßen der tunesischen Kleinstadt Siliana. Die Menschen der Stadt mit ca 30 000 Einwohnern protestieren seit Tagen gegen Armut und Arbeitslosigkeit in ihrem Ort, der rund 130 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tunis liegt. Sie beklagen, dass sich die Lage auch nach der Revolution Anfang 2011 und dem Ende der Diktatur von Zine el Abidine Ben Ali nicht gebessert hat. Dass die Not unter der von Islamisten geführten Übergangsregierung seitdem sogar noch größer geworden sei. „Haut ab“, skandieren die Menschen vor den Regierungsgebäuden. Mit diesem Schlachtruf war damals auch Ben Ali vertrieben worden. Die Nationalgarde des Innenministeriums feuerte am Samstag zudem Schüsse in die Luft, um die rund 3000 Demonstranten auseinanderzutreiben. Diese wiederum warfen Steine in Richtung der Polizei. In der vergangenen Woche waren in Siliana bei Protesten gegen die schlechte wirtschaftliche Lage mindestens 300 Menschen verletzt worden.