Eine Witzfigur namens Frank Stronach *

Leo Kühberger

In den letzten Wochen mussten wir nur allzu oft eine neue Witzfigur auf unseren Bildschirmen ertragen. Frank Stronach will in die österreichische Politik einsteigen. Im steirischen Dialekt, den er ja so gerne spricht, gibt es ein schönes Wort dafür, wie nötig wir das haben, so notwendig wia an Kropf! Ein Kropf ist eine Vergrößerung der Schilddrüse und das Ergebnis ist ein sehr dicker Hals. Den braucht wirklich niemand, so wie eben den Stronach in der Politik. Er hat in den letzten Wochen für einige Lacher gesorgt. Zum Beispiel mal damit, dass er neue Werte in die Politik bringen möchte und dazu so ziemlich alles an alten Politikern einsammelt, das bei ihren Parteien schon am Abstellgleis stand. Seine Fernsehauftritte haben auch immer wieder für Lacher gesorgt, weil es anscheinend ein neuer Wert zu sein scheint, einfach keine Ahnung von hiesigen Verhältnissen zu haben. Aber der eigentliche Witz ist ein ganz ein anderer. Stronach ist für nicht wenige wählbar, weil er es geschafft hat. Er lebt davon, seine eigene Geschichte zu erzählen. Der kleine Werkzeugmacher aus Kleinsemmering, der in die weite Welt ausgezogen ist, in einer Garage begonnen hat, Autoteile herzustellen und der es durch Sparsamkeit, Fleiß und harte Arbeit zu einem ganz Großen geschafft hat. Das ist aber der Witz über den wir herzlich lachen sollten!  Karl Marx hat sich schon vor 150 Jahren über solche Geschichten lustig gemacht und es als „Kinderei“ bezeichnet. Aber anscheinend kann man heute noch immer damit hausieren gehen und niemand bricht in lautes Lachen aus. Daher sei es allen noch mal in ihr Stammbuch geschrieben: Niemand in unserer Gesellschaft wird durch Fleiß und harte Arbeit zum Millionär. Reich wird man in dieser Gesellschaft nur dann, wenn man anderen etwas wegnimmt. Natürlich hat Frank Stronach das nicht mit der Knarre in der Hand gemacht. Aber seinen Reichtum haben die tausenden Arbeiter und Arbeiterinnen am gesamten Globus geschaffen. Die waren es, die hart gearbeitet haben und es sind dann ein paar Witzfiguren, wie Frank Stronach, die sie um die Früchte ihrer Arbeit bringen.

* Leserkommentar aus Österreich