Jahresende mit Terrorangst

01Videoueberwachung

Bereits kurz nach dem “gescheiterten” Terroranschlag im Bonner Hauptbahnhof waren die Verdächtigen ermittelt: Die Gesuchten sollen aus der islamistischen Szene stammen und Verbindungen zu radikalen Islamisten im Ausland haben, die dem Terrornetzwerk Al-Qaida nahestehen.

Ansonsten scheint der Hintergrund der Tat auch nach der Übernahme des Verfahrens durch die Bundesanwaltschaft im Nebel zu liegen. Ein Tatplan ist fast nicht erkennbar, von der “Tasche” ging wohl keine große Gefahr aus. Doch trotzdem waren die Verantwortlichen bereits kurz nach dem Bekanntwerden der Tat ohne irgendwelche Beweise bekannt: es waren islamistische Terroristen. So weht jetzt erneut eine stärkere Brise des Windes, der Deutschland schon seit einigen Jahren umringt. Muslimisch aussehende Menschen werden “auf Verdacht” an öffentlichen Orten, wie an Bahnhöfen, angehalten und kontrolliert, die Diskriminierung der Menschen mit anderer Haut- und  Haarfarbe hat allein in dieser Woche  bereits unglaublich zugenommen. So standen in den vergangenen Tagen Polizisten mit Maschinengewehren an öffentlichen Plätzen. Die Angst wird geschürt, mal wieder Weihnachtsmärkte oder stark besuchte Orte könnten potentielle Ziele der Islamisten sein und Menschen werden zur Vorsicht aufgerufen.

Das Land habe erneut Glück gehabt, nicht Opfer eines Terroranschlags geworden zu sein, von denen immer häufiger gesprochen wird. Glück hat nur die Politik: Jetzt kann man die Sicherheitsvorkehrungen wieder verschärfen, zumindest wieder eine neue Diskussion anstoßen, so z.B. Videoüberwachungen an öffentlichen Plätzen, um abweichende Verhaltensmuster zu überwachen. Angst vor Terror zu haben, heisst mehr Überwachung zu dulden und auf demokratische Freiheiten zu verzichten. Wenn Menschen Angst haben, kümmern sich diese nur noch um sich selbst. Auslandseinsätze und Kriege erscheinen dann nur noch weiter weg. Nur: Wer garantiert uns, dass diese Angst nicht bewusst geschürt wird? Immerhin bereitet sich Deutschland auf einen weiteren Angriffskrieg in Syrien vor. Da muss im Inneren auch Zucht und Ordnung herrschen!

Es tut nichts, dass in den letzten 11 Jahren in regelmäßigen Abständen über 14 Anschlagsversuche in Deutschland “vereitelt” wurden. Immer wurden junge “radikale Muslime” mit Verbindungen zu internationalen Terrornetzwerken verhaftet, jedoch kurz darauf wieder freigelassen. Was geblieben ist, sind die Sicherheitspakete und die geschürte Angst, die den Weg für weitere Ängste ebnet. Wir warten gespannt daruf, wann der nächste Anschlag vereitelt wird.