Einmal Zapfen und 500 Euro?

Pinar Aki

Viele kennen die „Blutspende“ als gemeinnützige Aktion und spenden deshalb „ehrenhalber“ für wohltätige Zwecke. Die kleinen Präsente, wie beispielsweise Schokoladentafeln, belegte Brötchen oder Getränke als Dankeschön machen kein schlechtes Gewissen, denn immerhin muss man ja auf den Kreislauf und den Zuckerspiegel aufpassen… 2 gute Taten mit einem Schlag: Man rettet eventuell ein Leben, wird aber selber noch mal auf Infektionen und Blutwerte gecheckt, kostenlos versteht sich. Und wenn man etwas länger nicht mehr spenden war, dann kommen schon Werbeflyer direkt nach Hause. In letzter Zeit haben sich auf Plakaten und in Zeitschriften auch Werbekampagnen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gehäuft. Jede Menge Infostände mit give-aways, wie USB-Sticks usw sollen weitere vor allem jüngere Menschen anlocken. Aufgrund dessen, dass Jugendliche im Vergleich zu älteren Leuten weniger Medikamente einnehmen und auch für einen längeren Zeitraum zur Verfügung stehen würden -spenden darf man nämlich nur bis zu einem Alter von 68 Jahren- haben die Universitäten zunehmend das Interesse des DRK geweckt. Mit der Masche, dass die Blutspende einem „ethischen Kodex“ folgen sollte, wonach sie freiwillig und unentgeltlich erfolgen muss und dass mit Blut, einem menschlichen Organ, keine finanziellen Gewinne gemacht werden dürfen, möchte das DRK nun immer mehr Studenten anlocken. Deshalb sieht man auch immer häufiger in den Universitäten das DRK-Team mit Spendemobilen vor den Mensen und Bibliotheken und überall da, wo der Studentenandrang besonders hoch ist. Des Weiteren werben sie auch mit großen Werbeaktionen und sprechen Studenten direkt an, ob sie nicht für einen wohltätigen Zweck zum Spenden bereit wären. Im Gegenzug versprechen sie den Studenten Mensagutscheine, Schokolade, etc. Man kriegt das Gefühl, dass man manipuliert wird und auf emotionaler Ebene mit Locksprüchen wie, dass Blut nicht zur Handelsware werden darf und der einzige Antrieb eines Spenders Nächstenliebe sein soll machen einem ein schlechtes Gewissen, wenn man nach einer „Aufwandsentschädigung“ fragt. Die Werbespots haben die Botschaft: Wer sein Blut dem Roten Kreuz spendet, rettet Leben! Und das zieht und die Spender kommen auch. 3,6 Millionen Vollblutspenden bekommt das Deutsche Rote Kreuz jedes Jahr. Es hat schon mafiöse Strukturen: In sogenannten Blutbänken, in Krankenhäusern oder den Unikliniken spenden, da eine Blutspende dort je nach Umfang und Art mit einer Aufwandsentschädigung zwischen 20 und 50 Euro vergütet wird, würde ja nicht für ein soziales Engagement sprechen. So reden sie ins Gewissen und nutzen die Gutmütigkeit aus, denn die Studenten vertrauen ihnen und gehen gerne in das Spendemobil, weil sie glauben, dass das DRK viel Gutes tut, wissen aber gar nicht, weil dies gerne verschwiegen wird, dass das DRK die Blutkonserven nicht kostenlos an die Krankenhäuser und Kliniken weitergibt, sondern ganz nebenbei für bis zu 500 Euro an diese und an die Industrie weiterverkauft.

Mit dem Bewusstsein, Leben zu retten, spenden jedes Jahr beim DRK Tausende von Menschen freiwillig und unentgeltlich Millionen Liter Blut. Viele von Ihnen wissen nicht, dass die damit einen Teil des Marktes ausmachen, auf dem jährlich allein die Blutspendedienste des DRK knapp eine halbe Milliarde Euro umsetzen und dass das DRK also doch nur eine Firma ist, die darauf zielt, Profit auf Kosten anderer zu machen und somit den eigenen Profit zu maximieren. Dennoch sollte jeder, der das verkraftet, regelmäßig Blut spenden gehen, egal ob mit oder ohne Aufwandsentschädigung und egal ob DRK oder Klinik: Denn dem bedürftigen Patienten ist der Beweggrund egal.