„Jugendgeschichte einer Arbeiterin“ von Adelheid Popp

Roylan Tolay

Die Frau muss sich vielen Dingen ergeben, ihrem Mann und ihrem damit verbundenen Schicksal, letztlich auch ihrer Schüchternheit und Furcht vor den Unternehmern und nicht zu vergessen den Anforderungen der Gesellschaft. Doch ist das heutzutage immer noch der Fall? Geht besonders die Frau als Arbeiterin, unter dem ständigen Zuwachs und den Erfordernissen des Kapitalismus zu Grunde? Oder existiert schon die vollkommene Emanzipation? Ist das Buch ,“Jugendgeschichte einer Arbeiterin“ verfasst von Adelheid Popp, in dem eine proletarische Lohnarbeiterin das politische Erwachen erfährt und sich bis zu einer Parteifunktionärin hocharbeitet, für die heutige Jugend empfehlenswert?

In dem Buch sieht man, wie die Autorin aufgewachsen ist und sich aus dem Nichts fair hochgearbeitet hat. Die psychische Belastung, die ein zehnjähriges Mädchen erleiden muss, das ständig auf der Suche nach Arbeit nahezu zerbricht und in verschiedenen Anstalten landet und dennoch weiter kämpft, ist Anreiz genug. Oft hat Adelheid auf Nahrung verzichtet, um sich weiter zu bilden und Zeitungen zu kaufen. Sie verschlang alle Bücher, die sie geschenkt bekommen hat oder auftreiben konnte, um auf diese Weise aus ihrer trostlosen Welt zu fliehen und Anderen darüber zu berichten. Zusätzlich hat sie auch noch andere dazu motiviert Widerstand zu leisten, wie zum Beispiel eine gemeinsame Kundgebung für die Arbeitsruhe am 1. Mai. Die „Jugendgeschichte einer Arbeiterin“ lehrt auch hier, dass man sich nicht unterkriegen lassen soll und immer weiter kämpfen muss für die Ziele, die einem naheliegen. Das Werk von Adelheid Popp ist sehr alt und trotzdem kann man es sehr gut auf unsere heutige Zeit beziehen. Viele denken, dass sich die Situation verbessert hat, seien es die Arbeitsverhältnisse oder die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Dies kann man jedoch bei sehr aktuellen Geschehnissen nicht behaupten und so entsteht auch bei den jüngsten Lesern eine neue Vorstellung von den Verhältnissen- dass sich immer noch nicht viel geändert hat und es noch so viel Elend auf dieser Welt gibt, was darauf wartet, von uns gelöst zu werden.