Irland muss wieder einmal die Banken retten

Pınar Yiğit

Mehr als 100 000 Menschen in mehreren irischen Städten gegen die “Bankenrettung” demonstriert. 

Irland war eines der ersten Länder, die Ende 2010 unter den Euro-Rettungsschirm „flüchtete“. Seitdem wird Irland mit internationalen Finanzhilfen von insgesamt 67,5 Milliarden Euro vor einer Staatspleite bewahrt. Das Kernproblem ist, dass die irische Regierung der Anglo Irish Bank einen Schuldschein in Höhe von 30 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt hatte. Die Anglo Irish Bank war in den Strudel der US-Finanzkrise geraten und wurde verstaatlicht und gilt heute als Irish Bank Resolution Corp. Diese wiederum hinterlegte die Bank bei der irischen Notenbank, um Notfallkredite zu erhalten. Dafür wären bis 2023 hohe Zinsen fällig: rund 3,1 Milliarden Euro pro Jahr. Die irische Regierung hatte deshalb schon lange gefordert, die Schuldscheine durch günstigere Staatsanleihen zu ersetzen, also eine Zinserleichterungen, um noch in diesem Jahr an den Kapitalmarkt zurückzukehren.

Genau das ist der Regierung in ihren Verhandlungen mit der irischen Notenbank nun gelungen. Die Regierung des Krisenlandes wird mehr Zeit bekommen, um die Kredite zurückzuzahlen, die ihr zur Sanierung der heimischen Banken gewährt wurden. Rund 30 Milliarden Euro muss das Land tilgen und erhält nun hierfür Zeit bis zum Jahr 2053. Die Refinanzierungskosten des Landes im kommenden Jahrzehnt um 20 Milliarden Euro bedeuten im Grunde, dass die nächsten Generationen der Menschen in Irland die Schulden mitfinanzieren müssen. Dieses Abkommen wurde zwar von den irischen Medien bejubelt und als einen grossen Erfolg abgesegnet, jedoch ändert sich nichts an der Tatsache, dass in den nächsten Jahrzehnten die Belastung auf der Bevölkerung hängen bleibt.