Frauen für den Frieden

Dem Aufruf „Wir organisieren uns gegen sexistische Politik, Krieg, Armut, Morde an Frauen und die Ausbeutung unserer Arbeitskraft“ folgten tausende Frauen und versammelten sich am 8. März in Istanbul auf dem Kadiköy Platz. „Frauen werden den Frieden bringen“ war die Aussage der Teilnehmerinnen. Die Frauen demonstrierten mit ihren farbenfrohen Plakaten und Kleidungen zum Kadiköy-Platz. Kurdinnen, Studentinnen, Schülerinnen, Arbeiterinnen und Hausfrauen haben gemeinsam ihre Forderungen gerufen. Sie trugen Banner mit dem Schriftzug „Diejenigen, die in Kriegszeiten den größten Preis zahlen, müssen zu Friedenszeiten das meiste Rederecht haben“ und „Frauen wollen Frieden“. Die Feministinnen trugen Plakate, auf denen „Unser Körper, unser Leben, unsere Entscheidung, ihr könnt die Familie haben“ zu lesen war. Der Frauenrat der HDK (Kongress der demokratischen Völker) sieht die Frauen auf der Seite des Friedens. Sie stellen sich gegen den Krieg, Armut und Frauenmorde. Die Frauengruppe der EMEP (Partei der Arbeit) lief hinter dem Banner „Gegen Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Krieg. Für ein menschenwürdiges Leben, Gleichheit, Freiheit und Frieden“.

 

Frauen müssen am meisten zu Wort kommen

Auf der Kundgebung verlasen die Künstlerin Aysenur Kolivar und die Schauspielerin Ruges Kirici den gemeinsamen Text der Frauenplattform. In diesem hieß es „Diejenigen, die in Kriegszeiten den größten Preis zahlen, müssen zu Friedenszeiten das meiste Rederecht haben. Die AKP Regierung zeigt mit ihren politischen und militärischen Vorgehen, wie sie gegen den Verhandlungsverlauf handelt. Für die Gleichheit und die Freiheit aller Völker müssen diese politischen und militärischen Handlungen ein Ende nehmen und die inhaftierten kurdischen Politiker müssen freigelassen werden. Wir fordern den Frieden und stellen uns gegen den Krieg der imperialistischen Kräfte in den Nahen Osten.“

 

Der größte Protest gegen die Regierung

Während in der Türkei jeden Tag 5 Frauen umgebracht werden, fordert die AKP Regierung 5 Kinder pro Tag. Daran ist die „frauenfeindliche Politik“ dieser Regierung zu erkennen. „Wie viele Kinder wir gebären wollen, entscheiden wir. Wir werden nicht zulassen, dass ein Verbotsgesetz der Abtreibung zustande kommt und somit noch mehr Frauen dem Tod gegenüberstehen“, äußerten sich Frauenorganisationen in Bezug auf das Thema ‚Gewalt an Frauen‘. Die Demonstrantinnen bekundeten ihre Solidarität mit den kämpfenden Frauen in Indien und den Frauen aus Syrien, die die Folgen des Krieges erleben.

 

Rassistische Übergriffe nach der Demonstration

Nachdem die Demonstration sich auflöste und die Frauen in kleinen Gruppen zu ihren Bussen gingen, wurden sie von einer Gruppe Fußballfans angegriffen. Die Bursaspor-Fans, die sich wegen eines Spiels in Istanbul aufhielten, griffen mehrere Frauen an und riefen dabei „Nieder mit der PKK“. Auch die Busse, in die die Frauen steigen wollten, wurden von der rassistischen Gruppe demoliert. Die Tatsache, dass diese Übergriffe an drei Orten geschahen, lässt eine organisierte Tat vermuten. Laut der Berichterstattung der ETHA, hat die Polizei lange Zeit nichts gegen die Täter unternommen, bis sie die Gruppe schließlich in Busse gebracht und vom Ort entfernt haben. Bei den Angriffen wurden 10 Personen verletzt, eine Frau sogar mit Messerstichen.