Die Krone der Frechheit

Sinan Beden

Der US-amerikanische Präsident Barack Obama hat während einer Rede auf seiner Reise durch den Nahen Osten wohl auch das letzte Schamgefühl verloren.

So warnte er davor, dass Syrien zu einem „Hort für Extremisten“ werden könnte. Ebenfalls beschreibt er die Lage der Flüchtlinge als „herzzerreißend“, was nichts weiter wirkt, wie ein Hohn gegen die Flüchtlinge, da die USA jede friedliche Lösung des Konflikts boykottierten und die Situation nur verschärften.

Auch „kritisiert“ er das Verhalten Israels gegenüber den Palästinensern und plädierte für einen dauerhaften Frieden und eine Zwei-Staaten-Lösung. Allerdings kann man diese Aussagen nur als Farce sehen, denn er betonte, dass es zwischen den USA und Israel ein „unzerstörbares Band gäbe“. Ein Band, das seit seiner Gründung jegliche Friedensverhandlung sabotiert und boykottiert. Darüber hinaus sind sämtliche militärische Aktionen des israelischen Regimes völkerrechtswidrig und fordern meist

zivile Todesopfer.

 

Die Lage in Syrien

Seit nun mehr 2 Jahren tobt der Bürgerkrieg in Syrien. Mit der Hilfe der imperialistischen Kräfte der NATO werden islamistische Terroristen aus der ganzen Region nach Syrien geschleust. In Jordanien werden diese zuvor von CIA-Agenten und Überläufern der syrischen Armee ausgebildet und mit Waffen versorgt. Zusätzliche Hilfe bekommen die Terroristen von der Erdogan-Regierung, die mit Krankenwagen Waffen und Munition nach Syrien schleust und auf dem Rückweg verwundete Terroristen in türkische Krankenhäuser bringt.

 

Das sind genau jene Terroristen, die laut den USA demokratiefeindlich sind und die Freiheit des Westens bedrohen, jene Terroristen, die für den 11. September verantwortlich seien sollen. Diese Leute sollen die Demokratie nach Syrien bringen? Dass diese Rechnung wohl kaum aufgehen wird, ist wohl jedem klar.

Eine Demokratisierung Syriens wäre auch das letzte, was die imperialistischen Kräfte wollen. Es ging nie um Demokratie und Freiheit in Syrien. Sonst hätte man anders gehandelt. Denn die Terroristen der „Freien Syrischen Armee“, Al-Quaida und der sogenannten Al-Nusra-Front sind kein Zusammenschluss demokratischer Kräfte. Diese Menschen ziehen durch Syrien, richten schreckliche Massaker an, ermorden kleine Mädchen, weil sie kein Kopftuch tragen, wenden, wo sie können, die Sharia an und schrecken auch nicht davor zurück, Blauhelmtruppen im Grenzgebiet zu Palästina zu entführen.

Selbst wenn es dazu kommen würde, dass Bashar Al-Assad verliert oder aufgibt, wer sollte Syrien dann regieren? Es gibt keine regierungsfähige Opposition. Nur gut vier Monate nach seinem Amtsantritt hat der Vorsitzende der wichtigsten syrischen Oppositionsgruppe, Ahmed Moas Al-Khatib, seinen Rücktritt erklärt. Dies ist die Reaktion darauf, dass Ghassan Hittos zum Oppositionsregierungschef für die von den Rebellen in Syrien kontrollierten Gebiete gewählt wurde. Ahmed Moas Al-Khatib gilt als Gegner Hittos. Der Rücktritt offenbart tiefe Differenzen in der syrischen „Opposition“. Wie soll eine so zerrüttete Opposition ein Land regieren? Die Antwort ist simpel: Gar nicht! Das einzige, was dieser Krieg erreichen soll, ist eine Destabilisierung der Region, um die geostrategischen Ziele der US-Imperialisten und ihrer Konzerne zu verwirklichen und den Weg Richtung Iran zu öffnen.