1. Mai-Feiern auf dem Istanbuler Taksim-Platz

 Der türkische Gewerkschaftsbund Türk-İş hat erklärt, die diesjährige zentrale Mai-Kundgebung auf dem Taksim-Platz in Istanbul abhalten zu wollen. Er sei bemüht, die anderen gewerkschaftlichen Dachorganisationen und Berufsverbände für eine gemeinsame Zentralkundgebung zu gewinnen. Der zweitgrößte Gewerkschaftsbund DISK erklärte ebenfalls, den 1. Mai auf dem historischen Taksim-Platz zu feiern.

Zuvor hatte der Innenminister Muammer Güler auf die Bauarbeiten auf dem Platz verwiesen, die eine Großkundgebung auf dem Platz mit mehreren Hunderttausend Menschen unmöglich machten.

Die Begeisterung von Newroz auf den 1. Mai übertragen

Das Vorbereitungskomittee in Diyarbakir, dem verschiedene Gewerkschaften, Parteien und Organisationen angehören, betonten, dass die Mai-Feiern in diesem Jahr eine wichtige Gelegenheit böten, den laufenden Friedensprozess zu unterstützen. Die Begeisterung bei den Newroz-Feiern wolle man auf die Mai-Kundebungen übertragen.

Die Vertretung des Demokratischen Kongresses der Völker (DKV) in Diyarbakir gab bekannt, dass seine lokalen Gruppen besonders in Betrieben eine starke Mobilisierungskampagne vorbereiteten. Diyarbakir gehöre zu den Städten mit der höchsten Arbeitslosenquote. Der DKV werde in diesem Jahr Forderungen wie die Erhöhung des Mindestlohns in den Vordergrund stellen. Der DKV-Sprecher Aslanoğlu berichtete ferner von einer Konferenz von Beschäftigten in der Landwirtschaft, die gerade dabei seien, einen eigenen Verein zu gründen: „Dieser Verein wird später in eine Gewerkschaft umgewandelt. Die Arbeiterklasse in Kurdistan weist den niedrigsten Organisierungsgrad auf. Deshalb müssen wir hier den Klassenkampf verstärken.“