Medikamente: Profit vor Wahrheit!

Zilan Deniz Yavuz

Skeptische Meinungen gegenüber den Pharmakonzernen in Deutschland werden immer lauter. Nicht zuletzt, weil Pharmakonzerne oft und überraschend Medikamente auf den Markt bringen, ohne die Wirkung und die Krankheit wirklich erfasst zu haben.

Zuletzt wurde das sehr deutlich, als 2009 eine große Welle um die so genannte „Schweinegrippe“ mit dem Virus H1N1 gemacht wurde. Wenn wir uns mal zurück erinnern:

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte vor einer weltweiten Verbreitung des Virusses und ihren möglichen tödlichen Auswirkungen gewarnt. Diese Grippe könne Millionen Opfer bringen und wäre schlimmer als die „spanische Grippe“ 1918-1920. Der Pharmariese „Roche“ brachte ziemlich zeitig nach Ausbruch der Grippe ein Medikament heraus, dessen Auswirkungen noch nicht genau bekannt waren. Aber aufgrund der politisch und medial hochgepauschten Hysterie  war die Anfrage nach diesem Medikament groß. Auf globaler Ebene statteten sich die Gesundheitsagenturen damit aus und Patienten wurden gegen die Schweinegrippe geimpft. Es wurden weltweit ca. 7 Mrd. € für dieses Medikament ausgegeben, obwohl es kaum wissenschaftliche Belege zu dessen Wirksamkeit gab. Bei der Entscheidung der Gesundheitsagenturen über die Nützlichkeit dieses Medikaments stützte man sich auf eine Studie, die von Roche selbst finanziert wurde. Zweifel an der Nützlichkeit dieses Medikaments kam bei Wissenschaftlern auf, da diese seit Jahren versuchen, an die Ergebnisse der Studie zu kommen, allerdings ohne Erfolg. Es stellte sich heraus, dass die Behörden ihre Entscheidungen gefällt hatten, ohne alle Ergebnisse der Studie zu kennen. Die  Tatsache, dass Roche im Jahr 2009 ein Umsatzplus von 9,6% gemacht hat, unterstützt die Skepsis gegen die „Echtheit“ der Wirkung von „Tamiflu“. Vermutungen kommen auf, dass diese Medikamente von den Behörden nur gekauft wurden, um Profite der Pharmaindustrie zu steigern. Es stellte sich heraus, dass Tamiflu nicht die Ausbreitung der Krankheit verhindern kann, sondern dass  das Medikament lediglich das Virus bekämpft, nachdem man damit angesteckt ist. Eine Resistenz oder ein – wie vom Konzern propagiert und den Medien und Politikern nachgeplappert – „Schutz vor Ansteckung“, wird nicht entwickelt. Die deutsche Regierung reagierte nun auf die immer lauter werdende Kritik und lässt das Medikament auf Wirksamkeit, Resistenzentwicklung und Nebenwirkungen prüfen. Außerhalb der USA wird Roche weiterhin wie gewohnt gehandelt, ohne irgendwelche Eingriffe. Und in den USA war der einzige rechtliche Schritt gegen Roche folgender: Roche darf nicht damit werden, dass „Tamiflu“ vor einer Ansteckung schützt. Sonst nichts! Nichts von den Lügenmärchen, der verbreiteten Angst, der vorgetäuschten Werbung…

Es stellte sich sogar heraus, dass die Schweinegrippe viel weniger Opfer gebracht hat, als man befürchtet hatte. Der Virus hat sogar einige andere Virenstämme soweit zurückgedrängt, sodass die Sterblichkeit an der Grippe insgesamt abnahm. Es hat sich gezeigt, dass Roche damit durchkam und die satten Gewinne behalten durfte.

Doch auch in der Bundesrepublik werden Stimmen laut, dass man zumindest die 70 Millionen Euro, die der deutsche Staat dem Pharmakonzern in den Rachen gestopft hat, zurückverlangt und in das Gesundheitssystem investiert.

Die Gesundheit des Menschen ist in diesem System zweitrangig und wird außer Acht gelassen, in erster Linie geht es um den Profit des Pharmariesen Roche. Eine Epidemie wird ausgenutzt, um das Medikament zu verkaufen und sich dumm und dämlich zu verdienen. Dieses betriebswirtschaftliche Denken  stellt also kein ethisches oder soziales Problem dar, sondern wird sogar als eine Bereicherung für die Wirtschaft belohnt. Die erkrankten Menschen werden nicht als Hilfsbedürftige behandelt, sondern als notwendige Konsumenten des Medikaments.