Edelweißpiraten im Kölner Friedenspark

Zum 9. Mal mittlerweile findet das Edelweißpiratenfestival im Kölner Friedenspark statt. Am 14. Juli sollte dieses Jahr das traditionelle „Festival gegen Rechts“ starten und 25 Bands auf fünf Bühnen die Festivalbesucher mit interessanter Musik überraschen. La Papa Verde, Nely & Nora, B.E. & Fläshmob, HopStop Banda, Klaus der Geiger, SakkoKolonia, Rheinzig, Kent Coda, Allewelt Ensemble, Heckenkapelle, Memoria, Und wieder Oktober, Singadjo, Singender Holunder sind nur einige wenige Bands, die am Festivaltag auf der Bühne stehen werden.

Entstanden ist das Festival aus der Idee heraus, um das Gedenken an die Edelweißpiraten lebendig zu machen. Die Edelweißpiraten zählen zu einer der bekanntesten Jugendgruppen während der NS-Herrschaft, die sich in der Zeit der Nazi-Diktatur der Gleichschaltung durch die HJ widersetzten und so auf ihre eigene, rebellische Art Widerstand leisteten. Nach ihrem Erkennungszeichen – einer Edelweißanstecknadel – wurden so verschiedene „wilde Cliquen“ von den Nationalsozialisten als „Edelweißpiraten“ bezeichnet. Viele dieser Gruppen standen der damals offiziell verbotenen Bündischen Jugend nahe, gingen auf Fahrt und sangen Lieder, die auch heute noch in bündischen Kreisen bekannt sind. Oft veränderten sie auch Texte bekannter Lieder um ihrer Ablehnung dem herrschenden Regime gegenüber Ausdruck zu verleihen.

In dieser Tradition sieht sich auch das Edelweißpiratenfestival. Musik soll Ausdruck von Meinung und Vielfalt sein. Deshalb spielt jedes Jahr eine „wilde Mischung aus Klassikern und Newcomern: Engagiert im Wort, weltoffen im Klang, unangepasst im besten Edelweißpiratenfestival-Sinne“. Zu diesem Zweck werden wieder mehr als 20 Bands ihre aktuelle Definition von „unangepasster Popularmusik“ präsentieren, sowie jeweils eine Interpretation eines Edelweißpiratenliedes auf die Bühne tragen. Vor allem zeugen die Bands von der sehr fruchtbaren Vielfalt der regionalen Musikszene, sowie auch einige Gäste aus Berlin und den Benelux-Staaten. Gemeinsam haben sie eigentlich nur, dass sie abseits des kommerziellen Mainstreams ihr eigenes Ding durchziehen. Neben der musikalischen Seite des Festivals wird es auch dieses Jahr ein Rahmenprogramm mit Zeitzeugen, Künstlern und Experten geben. Mehr gibt es unter www.edelweißpiratenfestival.de.