Integration – (k)eine Frage des Alters

Die Frage nach einer gelungenen Integration in Deutschland ist abhängig vom Alter – das zeigt eine Emnid-Umfrage, die im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstellt wurde. Von den 1847 ab 14 Jahren Befragten glaubt jeder Zweite unter 30 Jahren, dass sich „Ausländer in Deutschland gut integrieren“ können. Drei Viertel der über 59-Jährigen glauben nicht, dass Integration funktioniert und halten eine „gelungene Integration eher für einen Ausnahmefall“. Auf die Frage, wie sich das Zusammenleben zwischen Zuwanderern und Einheimischen in den nächsten Jahren entwickeln werde, antworteten die Jüngeren, dass sie diesem deutlich optimistischer entgegensehen, als die ältere Generation. Nur 34% der Befragten unter 30 Jahren glauben, dass die Zuwanderer in Deutschland immer mehr unter sich bleiben werden, wohingegen 49% der Älteren diese Ansicht teilen. Des Weiteren fällt bei der Umfrage auf, dass die Jüngeren die doppelte Staatsbürgerschaft für eher integrationsförderlicher halten als die Älteren. Als größte Hindernisse bei der Integration von Zuwanderern in Deutschland sehen 89% der Jüngeren und 93% der Älteren sowohl die mangelnden Sprachkenntnisse der Zuwanderer als auch die Diskriminierung aufgrund ihrer Herkunft, was sich unter anderem in der geringeren Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt zeigt. Dennoch glauben 66% der unter 30-Jährigen und 71% der älteren Generation, dass Zuwanderer zukünftig mehr wichtige Positionen in Politik und Wirtschaft einnehmen werden. Über die Kriterien einer gelungenen Integration sind sich beide Altersgruppen weitestgehend einig. Diese wären zum Beispielgegenseitiger Respekt, das Beherrschen der deutschen Sprache und die gleichen Bildungs- und Berufschancen. Weitere Gemeinsamkeiten zwischen Jung und Alt zeigen sich auch im Hinblick auf die kulturelle Vielfalt in Deutschland: 72% der älteren und 84% der jüngeren Befragten sehen diese eher als eine Bereicherung, als ein Problem.

 

Özlem Yildiz