„Platz der Träume“ in München

Imran Sinan Cokdeğerli

 

Obwohl die Mainstream-Medien versuchen, den Gezi-Widerstand in der Türkei unter den Teppich zu kehren, geht die Bewegung mit Foren und Diskussionen immer noch weiter. So auch hier in Deutschland, wo eine Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten seit dem 18.08. in mehreren Städten von Hannover bis nach München auf „Tournee“ ist und Zuhörern Frage und Antwort standen. Diese Aktion wurde von der „Rosa-Luxemburg Stiftung“ in Zusammenarbeit mit mehreren anderen Gruppen organisiert und fand am Abend des Donnerstags den 29.08. in München ein Ende.

In München waren als Referenten Gökhan Bicici, Redakteur beim News-Sender IMC und Mitglied des Onlineportals „Emek Dünyasi“ und diesjähriger „Pressefreiheit“-Preisträger, Meltem Oral, eine Aktivistin, welche in der Bewegung vom ersten Moment an führend mitwirkte, dabei. Ebenso wie Göksun Yazici, Autorin beim linken Journal „Express“ und Firat Genc, Autor und Aktivist in der Gruppe „Our Commons“. Aus einer breitgefächerten Gruppe bestanden auch die ca. 160 Zuhörer aus verschiedenen linksorientierten Organisationen.

Nach einer kurzen Zusammenfassung der Ereignisse wurden Themen angesprochen wie der Stand der Bewegung im Augenblick, Zukunftserwartungen, die Erfahrungen der Referenten sowie deren Motive, sich zu organisieren und welche neuen Beschlüsse gefasst wurden. Es wurde ausdrücklich die Rolle der Stundenten betont und dass man ein neues Entflammen der Bewegung mit dem kommenden Semesteranfang erwarte.

Zuletzt wurde das Wort an das Plenum weitergegeben. Hier wurden Fragen gestellt, z.B. zu den Rollen der Arbeiter und Gewerkschaften sowie Fußballfan-Gruppen. Es wurde betont, dass Gewerkschaftsmitglieder stets anwesend waren sowie auch eine hohe Anzahl an sonstigen Arbeitern. Jedoch wurde auch erwähnt, dass der späte offizielle Aufruf der Gewerkschaften wenig produktiv war. Das wiederum lag daran, dass in den letzten Jahren die Gewerkschaften  sich vor einem Kampf gegen die AKP-Regierung gescheut hatten.

Gökhan Bicici, dessen Verhaftung während der Gezi-Proteste über die ganzen Welt ging, machte darauf aufmerksam, wie die Polizei gezielt gegen die kritische Presse losging um weiterhin unerwünschte Medien abzuschrecken und zu unterdrücken.