Politik, die tötet

Durch die herrschende Politik sterben täglich unzählige Menschen. Sie sterben in Kriegen, an Hunger, an Krankheiten und vielen weiteren Folgen der geführten Politik. Als ob diese Gräueltaten denn nicht genug wären, führt sie Menschen auch aus Verzweiflung in den Tod. Eine Analyse zeigt nun, dass die Finanzkrise schuld an der steigenden Suizidrate ist.

Ein Blick in die von der Krise geschlagenen europäischen Länder zeigt uns, wie tausende Menschen ihre Arbeitsplätze verlieren und wie ganze Gesundheitssysteme zusammenbrechen. Wie Menschen plötzlich vor dem absoluten Nichts dastehen und sehr bald keinen anderen Ausweg mehr, als sich selbst das Leben zu nehmen, sehen. In der Studie, die durch die University of Hongkong durchgeführt wurde, wurden die Daten von 54 Ländern ausgewertet. Alleine nach einem Jahr, nach dem Beginn der Krise, nahmen sich im Jahre 2009 4900 mehr Menschen das Leben, als im Vergleichszeitraum von 2000-2007. Das Team der University of Hongkong geht davon aus, dass die Zahl deutlich höher liegen muss, denn einige Länder wie Italien konnten nicht mit in die Studie einbezogen werden. In Europa sind es vor allem Männer im Alter zwischen 15- 24 Jahren, die dem Suizid zum Opfer fallen. Laut einer weiteren Studie ist im Jahr 2011, alleine in Griechenland die Suizidrate um 40% gestiegen. Weiter heißt es, dass mit der Steigerung der Arbeitslosigkeit um ein Prozent, eine Steigerung der Suizidrate um 0,8% zu rechnen ist. Jetzt mag man sich das Ausmaß in Ländern wie Griechenland oder Spanien gar nicht erst ausmalen, wo die Arbeitslosenquote teilweise bei 50% liegt.

Aber auch eine unsichere Zukunft kann zu Suizidgedanken führen

Bei dem Blick in die anderen europäischen Länder denken wir wohl oft „Wir können uns glücklich schätzen, uns geht es ja noch gut“. Doch ist das nicht wirklich so. Die Situation ist vielleicht nicht dieselbe und bei dem Wort Finanzkrise denkt man eher an Hilfspakete, Rettungspakete, Bankenrettung und Eurostärkung. Jedoch verschlechtert sich die Lage der Arbeitenden, Studierenden und Schüler auch in Deutschland immer mehr. Eine sichere Anstellung, von der man eine Familie ernähren kann, ist zur Seltenheit geworden. Was im Alter passiert, steht in den Sternen geschrieben. Auch diese Situationen, Angst vor Arbeitslosigkeit und Altersarmut führen zu Suizidgedanken.

Das wie so oft, auch bei der Krisenpolitik im Sinne des Kapitals gehandelt wurde, ist kein Geheimnis mehr. Das die Hilfs- und Rettungspakete nicht bei denen ankamen, die es nötig hatten, sondern für Rettung von Milliardären und Banken genutzt wurde, genau so wenig. Es ist unverantwortlich, Menschen für das Kapital ins offene Messer laufen zu lassen. Aber genau dies tut die jetzige Krisenpolitik.

Wir haben gesehen, wie die Menschen in Griechenland, Spanien und anderen europäischen Ländern gegen diese Krisenpolitik demonstriert haben. Die Bundesvorsitzende der DIDF hat wohl recht, wenn sie nach den ersten Hochrechnungen der letzten Bundestagswahlen, folgenden Post auf Facebook teilt: „Angela Merkel mit knapp 42% gewählt. Also 8% zugelegt! Stellt euch jetzt mal vor, was für ein Schlag dieses Ergebnis für die kämpfende Bevölkerung in Griechenland bedeutet…. Bei allem Respekt; ich kann also diese Äußerungen a la „sie ist bescheiden“ etc. nicht hören!“

Bahar Güngör