WhatsApp jetzt vor Facebook!

Suphi Sert

Unser „Freund und Helfer“ ist nun mehr oder minder unser Smartphone. iPhones, Samsung Galaxys und Co haben sich mittlerweile zum wichtigsten Mediengerät unter den Jugendlichen zwischen 18 und 25 entwickelt.

Dies ist ein Ergebnis einer Umfrage der Akademie der media in Stuttgart, sowie Agentur Mindshare Marketing und dem Magazin Focus. Nach diesen ist WhatsApp als Nachrichtendienst am populärsten und wird täglich im Schnitt über eine Stunde genutzt. Das Smartphone an sich wird hierbei täglich 3 ½ Stunden benutzt. Auch wenn es nicht sehr realistisch klingt, kommen von diesen 3 ½ Stunden nur noch 13 Minuten im Schnitt auf Telefonate oder klassische SMS am Tag. Am meisten wird die Zeit für WhatsApp geopfert, somit ist dieser beliebter als Facebook. Denn für soziale Netzwerke bleiben täglich lediglich „nur“ 44 Minuten am Smartphone übrig.

Über 60% der Jugendlichen prüft zudem spätestens alle 10 Minuten, ob neue Benachrichtigungen eingegangen sind oder nicht. Hakan Eker, 17 Jahre alt und noch Schüler, antwortet darauf: „Falls ich keine Nachrichten kriege, erfasst mich eine Unruhe. Ich habe mich sogar mal dabei ertappt, wie ich zwanghaft versuche, einen Grund zu finden, um irgendjemanden irgendetwas zu schreiben, damit ich was geschrieben habe und mir jemand antwortet. Meinen Freunden geht es genauso!“. Das passt auch zu der Erklärung der Studie; Demnach prüft jeder Fünfte sein Smartphone sogar häufiger als 15 Mal innerhalb einer Stunde. Das Smartphone und das Bedürfnis, sich durchgehend mitzuteilen, scheint eine Sucht geworden zu sein. 300 Millionen aktive WhatsaApp Nutzer, hiervon fallen ca. 20 Millionen auf Deutschland. Die Jugendlichen nutzen anbei immer weniger Facebook; YouTube und WhatsApp werden immer mehr bevorzugt.

Die Frage wird bald nicht mehr lauten, welche sozialen Medien oder Apps beliebter sind, sondern ob diese oder das wahre Leben, für uns eine größere Rolle spielt! Denn wenn man bedenkt, dass man 3 ½ Stunden seiner Zeit täglich mit dem Handy verbringt und diese Zeit steigt, wird für eine reale, eine Face to Face Interaktion nicht mehr viel Zeit am Tag übrig bleiben. Hakan hierzu: „Manchmal vibrieren in der Umkleide beim Fussball auf einmal fast alle Handys und ein Mannschaftskamerad, der sich im gleichen Raum befindet, schickt uns eine Frage, obwohl er die Frage auch persönlich stellen könnte!“

Hakan versucht seitdem, sein Handy öfters mal bei Seite zu legen. Gelingen tut es ihm nicht immer. Aber er erklärt, dass er nicht abhängig von einem Gerät sein möchte und lässt das Handy auch mal zu Hause, wenn er ausgeht. Dann fühlt er sich „frei, aber irgendwie auch nackt.“ Aber das ist ein gutes Gefühl.