Und da war sie hin; die Gesundheit!

Aylin Melis Ayyildiz

 

Deutsche Krankenhäuser haben es zurzeit nicht leicht. Laut einer Studie hat im vergangenen Jahr jede zweite Klinik in Deutschland Verluste gemacht. Konkret handelt es sich hierbei um rund 51 Prozent aller Krankenhäuser. Das Krankenhaus-Barometer berichtete in diesem Zusammenhang, dass nahezu 60 Prozent von ihnen weniger erwirtschafteten, als im Jahr zuvor.

Kleinere Krankenhäuser besonders betroffen

Am härtesten trifft es wohl die kleineren Krankenhäuser. Hierbei handelt es sich um Einrichtungen mit weniger als 300 Betten. 57 Prozent von ihnen hatten mehr Ausgaben als Einnahmen. Ähnlich verhält es sich bei den größeren Krankenhäusern. Knapp über die Hälfte der Häuser mussten Verluste melden. Mittlerweile droht jeder vierten Klinik die Pleite. Nur noch 13 Prozent der Krankenhäuser behaupten, sich in einer finanziell stabilen Lage zu befinden.

Die Gründe

Ein Grund für den finanziellen Missstand der Einrichtungen sei die immens kostspieliger gewordene Haftpflichtversicherung. Anders sehen es jedoch die Krankenkassen. Sie zeigen den Finger auf die Kliniken selbst und werfen ihnen  mangelnde Reformbereitschaft vor. Die Kassen fordern von den Kliniken, Verbesserungsvorschläge zu liefern, anstatt nur ständig mehr Geld zu verlangen.

Der Gesetzliche Krankenversicherung–Spitzenverband ermittelte, dass die gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr des Jahres 2013 für Klinikbehandlungen satte 32,5 Milliarden Euro gezahlt haben, während dieser Betrag im Vorjahr noch 31,4 Milliarden betrug.

Auf der Agenda des Koalitionsvertrages

SPD und Union haben in ihren Koalitionsverhandlungen dieses Thema ebenfalls angerissen. Aus den Verhandlungen ging hervor, dass die Kosten der Kliniken durch eine „Fortentwicklung der Krankenhauspreise“ besser berücksichtigt werden soll. Im gleichen Zug sollen die Krankenhäuser allerdings nicht mehr pauschal, sondern vielmehr qualitätsorientiert finanziert werden. Dies bedeutet, dass sich die Bezahlung der Krankenhäuser noch mehr an ihrem Behandlungserfolg orientieren wird.

Kranke sind die Leidtragenden

Wer nun für diesen Missstand verantwortlich ist und ob die Regierungsmaßnahmen Früchte tragen werden oder nicht, ist unerheblich. Denn die Leidtragenden sind die Kranken selber. Denn durch die wirtschaftlich schwierige Lage stehen Sparmaßnahmen auf der Tagesordnung, die sicherlich nicht nur für die Belegschaft, sondern auch für die Patienten spürbar wird. Durch die Privatisierung des Gesundheitswesens sind die Krankenhäuser wie Pilze aus der Erde geschossen und nach den Regeln der Marktwirtschaft erliegt derjenige, der seine Kosten mit seinen Einnahmen nicht decken kann.