Universität Osnabrück beutet Arbeiter aus

Akin Gülbas
Sechs rumänische Wanderarbeiter werden in Osnabrück beim Bau des Hochschulgebäudes richtig ausgenutzt und ausgebeutet… Diese Nachricht ging vor einigen Wochen auf dem Campus herum. Sechs Wanderarbeiter aus Rumänien, die für ihre Familien ihr Land verlassen haben, um hier genug Geld zu verdienen, um die Grundbedürfnisse ihrer Familien im Heimatland annähernd decken können. Als sie nicht mehr konnten, protestierten sie. Schnell schlossen sich ihnen solidarisierende Studierende an und halfen bei ihrem Protest. Zunächst sah es so aus, als würden sie von der Universität Gehör finden, doch die Hochschule Osnabrück, Bauunternehmen Bohle und Subunternehmen aus Bayern, welche später nur als Briefkastenfirma enttarnt wurde, wollen alle nicht Schuld sein und den Lohn übernehmen.

Essensmarken statt Lohn
Die Hochschule verteilte an die sechs rumänischen Wanderarbeiter, welche zuvor sechs harte Arbeitswochen hinter sich hatten und für umgerechnet weniger als 1,50€ pro Tag am Bau des neuen Hochschulgebäudes arbeiteten, Essensmarken für die Hochschulmensa und betonten, dass sie Gespräche über eine schnelle Lösung aufnehmen werden. In Anbetracht der ernst zunehmenden und Menschenrecht-verletzenden Situation, ist dies ein Armutszeugnis der Hochschule und aller Verantwortlichen. Die Familien der Arbeiter haben nichts von Essensmarken und das fehlende Engagement der Hochschule, welche die Gespräche trotz der prekären Lage schon seit fast vier Wochen verschiebt, wirft auch kein besseres Licht auf die Hochschule Osnabrück. Gewerkschaften, wie die IGBau und der Studierendenausschuss AStA Osnabrücks meldeten sich diesbezüglich schon zu Wort und kritisierten die Hochschule.

Und das in der BRD!

So ein derartiger Umgang mit Arbeitern ist in der Bundesrepublik nicht zu tolerieren! Wie und warum es zu dieser extremen Form von Ausbeutung kam, ist hier das eine, was aufgeklärt werden sollte. Und die fehlende Entschädigungsbereitschaft der Verantwortlichen, die andere Seite der Medaille. Nun ist es die Aufgabe des SPD Wirtschaftsminister Lies, die Verhandlungen in Gang zu bringen. Doch dieser hat sich in Interviews bislang zwar betroffen gezeigt, jedoch auch nach Wochen keinen konstruktiven Lösungsansatz erbracht.

Die Hochschule setzte sich ebenfalls großer Kritik aus und macht nach wochenlangem Druck -auch der Studierenden, trotzdem auf Taubstumm. Nun soll ein externes Gutachten den reellen Streitwert ermitteln, da die Bauarbeiter schon kleinere Entschädigungen vom Subunternehmer bekommen haben. 70 Millionen Euro investiert das Land Niedersachsen in den Hochschulstandort Osnabrück. Doch diese machte sich bekannt mit diesem Skandal.