Saufen saufen saufen und im Krankenhaus aufwachen!

Einmal auf den Geschmack gekommen und schon werden die süßen Getränke unterschätzt und in großen Mengen getrunken. Besonders Kinder und Jugendliche können die Auswirkungen nicht abschätzen und getrieben durch ihren jugendlichen Leichtsinn ist bewusstlos und Komasaufen nicht selten. Die Zahl der unter 20-Jährigen, die nach Alkoholexzessen in Kliniken gebracht wurden, erreichte im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand. 26.673 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren wurden wegen  Alkoholmissbrauchs stationär behandelt, so viele wie noch nie seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 2000. Besonders deutlich sei die Zunahme bei Mädchen: Zwar betrinken sich nach wie vor eher Jungen bis zur Bewusstlosigkeit (394 je 100.000). Bei den Mädchen nahm die Zahl im Jahresvergleich aber viel stärker zu: Um 5,0 Prozent auf 269 (je 100.000). Drei Viertel der behandelten Alkoholpatienten unter 20 Jahren waren noch nicht volljährig. Während allerdings in der Altersklasse zwischen zehn und 15 Jahren die Zahl um 177 sank, stieg sie bei den 15- bis 20-jährigen – meist männlichen – Jugendlichen um 498 Fälle.

Durch den Konsum von Alkohol entziehen sich die Jugendlichen der elterlichen Kontrolle und demonstrieren das Erwachsensein und ihre Unabhängigkeit. Beziehungen zu Gleichaltrigen nehmen einen immer größeren Stellenwert ein.
Unter Alkoholeinfluss fällt es manchem Jugendlichen leichter, Kontakte zu knüpfen. So ist der Alkoholkonsum aus Sicht des Jugendlichen durchaus positiv belegt. Da Jugendliche häufig zwischen Selbstherrlichkeit und großen Selbstzweifeln schwanken, werden auch kleinere Probleme schnell zu einer großen Krise. Was natürlich nicht zu vergessen ist, sind die Probleme, mit denen sich Jugendliche bereits mit 15 herumschlagen müssen. Dazu gehört der Leistungsdruck in der Schule, die Aussichtslosigkeit auf einen Ausbildungsplatz oder einen Studienplatz und die Angst, keinen Job zu bekommen und somit immer länger von den Eltern abhängig zu sein.
Alkohol bietet sich hier als Problemlöser an: Er verleiht vermeintliche Sicherheit und lässt Sorgen und Nöte geringer erscheinen.

Pınar Akı