Commerzbank kündigt Münchnerin nach 45 Jahren Konto, weil ihr Sohn Kommunist ist

 

Diese Geschichte erinnert an die Zeit des Kalten Krieges:

Am 08.01.14 wurde Evelyn S. (62 Jahre) nach 45 Kundenjahren ihr Konto bei der Commerzbank München gekündigt. Sie wollte nicht akzeptieren, dass ihrem politisch aktiven Sohn, Kerem Schamberger (27 Jahre), die Bankvollmacht für das Konto entzogen wird. Mit genau dieser Forderung wurde sie telefonisch am 12.12.13 von einer Mitarbeiterin der Commerzbank überrascht: Ihr Sohn gehöre zu einer Personengruppe, mit denen die Bank keine Geschäfte mache. Auf Rückfrage der Kontoinhaberin und des bevollmächtigen Sohnes wollte die Commerzbank keinerlei Gründe für die weitere Nicht-Anerkennung der bereits seit drei Jahren laufenden Vollmacht nennen. Einer internen Abteilung der Bank wären, so die Mitarbeiterin, Erkenntnisse zugespielt worden, die eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich machen. Diese Informationen seien geheim, Gründe könnten nicht genannt werden, die Kündigung sei aber unabdingbar.

Die Gründe für die Kündigung liegen dabei auf der Hand. Evelyn Schamberger wird in Sippenhaft genommen für die politischen Aktivitäten ihres Sohnes. Dieser ist seit Jahren ein bekannter, politisch aktiver Mitbürger, der sich unter anderem in der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) München als Kreissprecher engagiert, aber zum Beispiel auch ein gewähltes Mitglied der Fachschaft Kommunikationswissenschaft in seinem Studiengang ist.

Das eine Bankvollmacht aus politischen Gründen verweigert wird und die zweitgrößte Bank Deutschlands dafür sogar so weit geht, der Inhaberin des Kontos nach fast fünf Jahrzehnten zu kündigen, ist ein Novum und Skandal. Noch dazu von einer Bank, die sich massiv verzockte und im Jahr 2009 mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro Steuergeldern „gerettet“ werden musste.