Angebliche Friedensinteressen

 Zum 50. Mal fand nun die sogenannte Sicherheitskonferenz im 5-Sterne-Luxushotel Bayrischer Hof in München statt. Dabei sind die Kosten für diese Konferenz, bei der sich Vertreter aus verschiedenen Ländern treffen, noch „das geringere Übel“.  Auch deshalb, weil die Sicherheitskonferenz, kurz SiKo, neben der finanziellen Unterstützung durch die Regierung, auch von vielen Großunternehmen wie Linde und BMW finanziell mit unterstützt wird.

Das Ausmaß des eigentlichen Problems wird einem erst dann bewusst, wenn man sich mit dem genauen Inhalt der SiKo beschäftigt. Die hauptsächlich durch die Großmächte USA und Deutschland dominierte Konferenz berät sich, wie sie durch aktive Kriegseinsätze eigene Wirtschaftswege und Interessen voranbringen kann. Die imperialen Ansprüche der Großmächte und die Profitinteressen der Lobbyisten stehen bei der SiKo im Vordergrund. Doch die Organisatoren scheuen sich nicht davor zurück, das ganze Schauspiel im Schein von angeblichen Friedensinteressen an die Öffentlichkeit zu tragen.  Dass diese gewissenslosen „Friedensbemühungen“ allerdings geprägt sind von Kriegseinsätzen, verdeutlicht die wahren Interessen der Teilnehmer an der SiKo.

Friedensaktivisten protestierten

Genau deswegen fanden gegen die SiKo wie jedes Mal auch dieses Jahr Protestaktionen statt an der sich viele Organisationen und Einzelpersonen beteiligten. Eine aktive Rolle nahm der Jugendblock ein, zu dem neben der DIDF-Jugend München auch die SDAJ, ver.di-Jugend, Linksjugend [´solid]-AuF Bayer, kjö, Die Linke SDS München und der linksjugend [´solid] aufgerufen hatten. Unter dem Motto „Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze“ wurde den Teilnehmern der SiKo die Forderung der Jugend zugerufen. Die Entmilitarisierung der Schulen, Hochschulen und Arbeitsagenturen wurde in Beiträgen wiederholt geschrien und die Zurückdrängung des Einflusses der Bundeswehr durch Verbot der Werbung an Schulen wurde gefordert. „Im Gegenzug muss mehr Geld in Bildung und Ausbildung investiert  werden!“ war der Konsensgedanke des Jugendblockes. Neben der aggressiven US-Außenpolitik wurde auch die aktive und passive Rolle der Bundesrepublik in internationalen Kriegseinsätzen scharf kritisiert.

Schulaktionen im Vorfeld
Bereits mehrere Wochen vor der SiKo standen Jugendliche vor Schulen und Jugendzentren, um das notwendige Bewusstsein der Jugendlichen in München gegen diese kriegstreibende Konferenz zu wecken. Vor sämtlichen Schulen und Universitäten wurden Flyer verteilt und aktive junge Antimilitaristen standen für persönliche Gespräche und Diskussionen mit den Jugendlichen zur Verfügung. Mehrere hundert, teilweise unpolitische Jugendliche, die sich dann am Jugendblock beteiligten, zeigten, dass es sich lohnt, für die eigene Weltanschauung und für Frieden aktiv einzutreten.

 

Aziz Aslan