Diagnose Krebs – die Erkrankung der Zukunft?

Pünktlich zum 4. Februar, dem Weltkrebstag, veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die aktuellsten Zahlen der internationalen Krebsforschung.  Erschrecken lässt sich dabei durch folgende Fakten des Berichtes auslösen: Im Jahre 2012 waren 14 Millionen Menschen neu an Krebs erkrankt, wobei sich eine steigende Tendenz feststellen ließ.         Laut Hochrechnungen der International Agency of Cancer (IARC), einer Tochterorganisation der WHO, wird nämlich die Zahl an Neuerkrankungen  im Jahr 2025 auf etwa 20 Millionen gestiegen sein.  Dies bedeutet gleichzeitig auch, dass die Krebserkrankung auf der Liste der weltweiten Todesursachen weiter aufsteigen wird. Im Jahre 2012 sind es beispielsweise acht Millionen Menschen gewesen, die an den Folgen einer Tumorerkrankung ihr Leben verloren.

Betrachtet man die internationale Verteilung der Krebserkrankungen, so fällt auf, dass vor allem in Ländern, deren medizinische Versorgung eingeschränkt ist,  Krebserkrankungen höhere Todeszahlen liefern. Dies ist neben den ungenügenden Therapieverfahren auch auf die fehlenden Vorsorgeuntersuchungen zurückzuführen, sodass Betroffene häufig überhaupt nicht behandelt werden können, da keine Diagnose vorliegt.

Im Gegensatz dazu wird die Diagnose ,,Krebs‘‘ in westlichen Ländern weit häufiger gestellt. Grund hierfür ist die zumindest im Vergleich bessere medizinische Versorgung, welche es ermöglicht, Tumorerkrankungen festzustellen und eine adäquate Therapie einzuleiten. Dennoch wird auch in diesen Ländern eine solche bösartige Erkrankung häufig erst in späten Stadien erkannt, da die meisten zur Diagnose führenden Vorsorgeuntersuchungen erst in spätem Alter zugelassen sind. Folglich können viele Betroffene aufgrund des fortgeschrittenen Erkrankungsgrades bei Erstdiagnose nur lebensverlängernd, jedoch nicht lebenserhaltend therapiert werden.

Wohlstandskrebs 

Unabhängig von den erkannten und unerkannt gebliebenen  Diagnosen zeigen verschiedene Statistiken, dass in westlichen Industrieländern das Entstehungsrisiko von Tumorerkrankungen weit höher ist, als in Ländern, deren Haupteinkommen beispielsweise durch die Agrarwirtschaft erzielt wird. Diese Feststellung wirft die Begrifflichkeit des Wohlstandskrebses auf. So wird der westlichen Lebensweise mit Chemie in Nahrungsmitteln, Schadstoffen in der natürlichen Umgebung und  Stress im Berufsleben, ein großes Krebserregerpotential zugeschrieben. Zwar werden in diesen Ländern auch die Möglichkeiten, bösartige Erkrankungen besser behandeln zu können, immer weiter ausgebaut, jedoch steigen auch die Risikofaktoren für deren Entstehung immer schneller.

Es zeigt sich ein Teufelskreis, der durch die Einleitung von profitbringenden, jedoch gleichzeitig gesundheitsnehmenden Entwicklungen und Fortschritten herbeigeführt wird. So lässt sich feststellen, dass eine Gesellschaft, die profitorientiert fortschreitet, den größten Rückschritt erleiden wird, indem sie sich selbst vernichtet.

Gülcin Mengi