Salafisten auf „Missionierungstour“

Die Salafisten sind eine besonders gefährliche Strömung, die sich den Ursprüngen der Religion im 7. Jahrhundert verpflichtet fühlt und Reformen und Anpassungen des Islam an heutige Bedingungen für überflüssig hält. Als Rechtsordnung hat für die Salafisten nur die Scharia Gültigkeit: Wer sich nicht voll verschleiert, wird ausgepeitscht, wer stiehlt, wird amputiert, wer die Religion wechselt, wird getötet. Sie verbreiten ihre Ideologie im Internet, halten Vorträge und Seminare, verteilen kostenlos den Koran auf den Straßen und präsentieren sich mit Infoständen in der Öffentlichkeit. Salafisten verwenden zwar religiöse Begriffe, sie deuten sie jedoch politisch um und instrumentalisieren sie in ihrem Sinne.

Der deutsche Salafisten-Prediger Pierre Vogel ist wohl aktuell einer der bekanntesten Namen dieser islamistischen Strömung. 2010 wollte er in Mönchengladbach, im Stadtteil Eicken eine Islamschule errichten. Dies löste damals eine riesen Protestwelle aus und beendete nach monatelangen Konflikten diese Vorhaben vorerst. Doch jetzt ist er wieder auf Missionierungstour und kündigt eine „krasse Gegenwehr“ an.  Pierre Vogel wird zurecht als Hassprediger bezeichnet, ist Wortführer des radikalen Islams, sieht sich selbst allerdings als Aufrufer des Friedens. Mittels seiner Propagandaarbeit versucht er, die extremistische Ideologie der Salafisten zu verbreiten und somit politischen und gesellschaftlichen Einfluss zu gewinnen.

Seine Botschaften vom überlegenen Islam verpackt er geschickt in einfache Worte, benutzt Alltagsthemen, nutzt das Internet und Youtube intensiv und spricht dadurch gerade junge Leute an. Zielgruppe der Salafisten sind vor allem junge Menschen aus Migrantenfamilien, muslimische und nicht-muslimische junge Menschen, die in schwierigen Lebenssituationen sind – die auf der Suche nach Identität, Orientierung und Anerkennung sind. Gerade diese jungen Menschen sind leicht beeinflussbar und werden zu Opfern der salafistischen Propaganda. Sie werden geschult im Umgang mit Waffen und Sprengstoff. Sie werden zu gewaltbereiten Islamisten – zu gewaltbereiten Dschihadisten  radikalisiert, die am Ende in Kriegsgebieten, wie in Syrien für den „heiligen Krieg“ mit ihrem Leben bezahlen. Schätzungsweise über 240 junge Europäer kämpfen für die Salafisten im syrischen Bürgerkrieg.

In Deutschland hat der Salafismus rund 4000 Anhänger und viele davon leben in NRW. Aus NRW kommen rund 100 der 240 nach Syrien ausgereisten Salafisten. Eine kleine, radikale Minderheit unter den gläubigen Moslems, die deutschen Rechtspopulisten und Islamhassern Butter aufs Brot schmieren und Öl ins Feuer gießen.