Wie das Fleisch auf unseren Teller kommt

Der Fleischkonsum. Ein Konsum der stetig wächst. Die globale Fleischproduktion nimmt zu. Während 1950 „nur“ 44 Millionen Tonnen produziert wurden, waren es 1990 schon 170 Millionen Tonnen und 2005 knapp über 265 Millionen Tonnen – Tendenz weiter steigend. Die Europäer verbrauchen im Durchschnitt 42 Millionen Tonnen Fleisch pro Jahr, das entspricht 1,3 Tonnen pro Sekunde. Und zur Herstellung von 1 kg Rindfleisch verbraucht man 15.000 Liter Trinkwasser. Eine noch größere Dimension erreichen folgende Zahlen: Weltweit werden zur Zeit mehr als 19 Milliarden Hühner, 1,4 Milliarden Rinder und 1 Milliarde Schweine gehalten oder rund 80 Prozent aller Weide- und Ackerfläche der Welt werden gerade bebaut.
Die Aufzählung ist nicht endgültig, man könnte sie noch so weiter führen. Um auf dem entscheidenen Punkt zu kommen: Die meisten verbinden mit dem Fleischkonsum nur das Leiden der Tiere, doch der Welthunger sowie die Umwelt spielen ebenso eine wichtige Rolle. Für diese unvorstellbaren Massen an Fleisch müssen viele Tiere sterben. Doch bevor sie sterben, müssen sie ihr Schlachtgewicht erreichen. Das bedeutet Futter, Wasser, Fläche, Zeit und Geld. Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man 7-16 kg Getreide oder Sojabohnen. Rund 90 Prozent der global produzierten Sojabohnen dienen als Futtermittel und etwa ein Drittel der weltweiten Getreideproduktion wird an Tiere verfüttert. Oder aus einer anderen Perspektive: Auf der Fläche, die man benötigt, um 50 kg Rindfleisch zu produzieren (ca. 16.500 m2), könnte man 4.000 kg Äpfel oder 6.000 kg Karotten erzeugen. Die industrielle Landwirtschaft vertreibt die kleinbäuerliche Bevölkerung aus ihrem Land, um riesige Weide – und Sojaflächen anzulegen. Die Vertreibung bedeutet für diese Menschen den Entzug ihrer Lebensgrundlagen. In Argentinien wird auf rund 100 Prozent der Sojafläche gentechnisch veränderter Soja angebaut, in Paraguay auf über 90 Prozent und in Brasilien auf rund zwei Dritteln der Anbaufläche. In der EU ist der Anbau gentechnisch veränderten Sojapflanzen noch nicht erlaubt, allerdings stammt das in der Viehzucht verwendete Futtermittel überwiegend aus Südamerika.
Der Wasserbedarf
Die Vereinten Nationen haben ausgerechnet, dass im Jahre 2025 zwei Drittel der Weltbevölkerung von Wasserknappheit bedroht sein wird. Durch den Handel mit „virtuellem Wasser“ (die Menge an Wasser, die benötigt wird, um ein bestimmtes Produkt herzustellen) verschärft sich die Problematik. Für ein Kilogramm Sojabohnen werden 1.800 Liter Wasser benötigt und in einem Kilogramm Rindfleisch „stecken“ 15.000 Liter Wasser. Die Landwirtschaft ist durch den Einsatz von Düngemitteln, Herbiziden und Pestiziden eine der größten Quellen der Wasserverschmutzung. Eine weitere Verschmutzungsquelle sind tierische Abfälle, Antibiotika und Hormone.
Die Fläche
Die Hauptursache für die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien ist die Rinderzucht. Mehr als 70 Prozent der Zerstörung gehen auf Kosten der Schaffung neuer Weideflächen zurück. Nach Deutschland gelangen rund 200.000 Tonnen Fleischwaren jährlich aus Brasilien. Das dient zum Einblick der Reichweite, die man mit dem Fleischkonsum fördert. Allein der Aspekt, dass der hohe Fleischkonsum die Preise der Nahrung in die Höhe treibt. Arme haben es somit schwer, sich ausreichend mit Nahrung zu versorgen. Fleisch ist zudem ein Genussmittel und für den Großteil der heutigen Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Gicht, Osteoporose, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mitverantwortlich. Folgende Fragestellung ist dabei wichtig: Wer entscheidet welches Tier wir konsumieren und welches nicht? Warum geht es einem Haustier in Europa besser, als vielen Menschen aus anderen Kontinenten? Und wiederum in China werden diese Haustiere gegessen, wie hier das Schwein. Bei der Kuh beispielsweise profitiert man doppelt. Zuerst wird sie ihrer Milch beraubt, die von der Natur für das Kalb gedacht war, als Muttermilch. Nach dem sie ausgelaugt ist, wird die Kuh geschlachtet. Des Genusses wegen?
Das Tierleid
Wer denkt, dass Bio-Fleisch aus einer schönen, freundlichen Tierhaltung kommt, der wird auch enttäuscht werden. Hinzu kommt, dass auch die zur Marke gewordenen „bio“ gehaltenen Tiere genauso grausam getötet werden in den Schlachthöfen, wie Tiere aus der Massentierhaltung. Im Laden sind 98% der Fleischprodukte aus Massentierhaltung. Und wie diese Massenhaltung aussieht, kann man sich im Internet auf verschiedenen Seiten (z.B. www.earthlings.de) angucken. Damit es einem bewusst wird, was wirklich passiert, bevor das Fleisch auf dem Teller landet. Die Menschen sind abgestumpft und sehen nur noch die Ware an sich, nicht das Tier dahinter. Viele würden kein Fleisch mehr essen, wenn sie das Tier selber töten müssten. Doch der normale Bürger ist dazu abgerichtet, zu konsumieren, krank zu werden und sich dann mit Medikamenten voll zu pumpen. Die Pharmaindustrie freut sich.
Ein Zitat
In allen Kriegen und Völkermorden in unserer gesamten Aufzeichnungsgeschichte, wurden 619 Millionen Menschen getötet. Wir töten die gleiche Anzahl von Tieren, alle fünf Tage.
Das Fazit
Nun: Wir könnten uns theoretisch problemlos aus rein pflanzlicher Nahrung ernähren und würden zudem gesünder leben. Was man dazu benötigt, ist sicherlich ein bißchen mehr Geld, um sich auch die vielseitigen Nüsse und Pflanzen kaufen können. Was auf jeden Fall aber jeder von uns machen kann, ist, wenn man auch nicht komplett darauf verzichten möchte: Den Konsum von Fleisch einfach reduzieren. Muss man wirklich 3 Mal am Tag und sieben Tage die Woche Fleisch essen?
Den Welthunger wird man dadurch nicht besiegen, aber sicherlich gesünder leben und ein bißchen mehr auf die Umwelt achten.